Landwirte dreschen seit dem Wochenende auf Hochtouren

Wintergerste: Qualität schlechter als erhofft

Schweres Gerät: Der Mähdrescher vereinfacht für Landwirt Albert Hoßbach aus Altenburschla die Ernte der Wintergerste entscheidend, denn er führt alle Arbeitsschritte automatisch aus. Foto: Weber

Werra-Meißner. Für die Landwirte im Werra-Meißner-Kreis hat vor knapp einer Woche die Ernte begonnen - zeitgleich mit dem Start der Mähdreschereinsätze im Süden Hessens. Derzeit werde auf Hochtouren gedroschen, berichtet Geschäftsführer Uwe Roth vom Kreisbauernverband Werra-Meißner.

Die Hälfte der Wintergerste sei schon in den Scheunen - insbesondere die Gerstenfelder im Werratal sind bereits abgeerntet.

Sonst beginne die Getreideernte in Nordhessen später, macht Präsident Karsten Schmal vom hessischen Bauernverband in einer Pressemitteilung aufmerksam. Er führt das Phänomen in diesem Jahr auf ein „Süd-Nord-Gefälle bei den Niederschlägen“ zurück. In Nordhessen blieb es wesentlich trockener.

Doch während die verzögerte Abreife der Wintergerste in Südhessen die Menge an Korn verringerte, wirkte sich das Wetter in Nordhessen auf die Qualität der Gerste aus. Das Korn, erläutert Roth, sei zu flach und nicht stark ausgebildet. Das sorge für einen niedrigeren Preis beim Verkauf.

Als Grund für die schlechtere Kornqualität sieht er das kalte Frühjahr an. Auch sei es zu lange trocken gewesen. Roth: „Der Regen kam zu spät.“ So wurde aus der von vielen Landwirten erwarteten Top-Ernte aber noch eine gute. Mehr Bauchschmerzen bereiteten den Bauern dagegen die niedrigen Preise. Das lasse sich durch mehr Menge immerhin etwas ausgleichen.

Nun ruhen die Hoffnungen auf dem Weizen sowie der Braugerste und dem Hafer. Da dieses Getreide noch Zeit zum Reifen hat, könnten die Körner voller ausgebildet werden.

Zur Ruhe kommen die Landwirte jetzt übrigens nicht: Als nächstes steht der Winterraps zum Drusch an. „Der ist streckenweise schon reif“, sagt Roth. Allerdings könnte es, so wird befürchtet, beim Raps zu Ertragseinbußen kommen, weil es den Bienen bei der Rapsblüte zu kalt war.

Mehr zum Thema

Kommentare