Zeichen der Zeit erkannt: Wanfried spart bei Rathausuhr 

Alt und neu: Die Mutteruhr (unten) der Wanfrieder Rathausuhr hatte ihren Geist aufgegeben. Dank Somar Haddad vom Baubetriebshof der Stadt Eschwege, der eine günstige und moderne Lösung (oben) einbaute, hat die Stadt Wanfried viel Geld gespart. Foto: Stück

Wanfried. Die Stadt Wanfried sparte jetzt durch diese interkommunale Zusammenarbeit von drei Männern auf dem kleinen Dienstweg rund 1000 Euro. Ein Anfang.

Bevölkerung vermisste Uhr

Somar Haddad tüftelt gern. In seiner Freizeit nimmt sich der gelernte Elektroinstallateur mit Vorliebe elektrischen Problemen an. Das hatte er auch seinem neuen Chef beim Eschweger Baubetriebshof, Uwe Schäffer, kurz nach seinem Amtsantritt erzählt. Als Uwe Schäffer davon hörte, dass für die Reparatur der Wanfrieder Rathausuhr Spenden gesammelt werden, fiel ihm sofort sein Mitarbeiter ein. „Das können wir vom Baubetriebshof besser“, sagte sich Schäffer und setzte sich mit Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard in Verbindung.

 Seit vielen Jahrzehnten wird die Uhr im Giebel des rund 350 Jahre alten Rathauses von einer sogenannten Mutteruhr auf dem Dachboden der Verwaltung angetrieben. Als sie jetzt ihren Geist aufgab, fiel das in der Bevölkerung schnell auf. „Ich wurde häufig angesprochen“, sagt Gebhard, der daraufhin einen Fachmann eingeladen hatte und einen Kostenvoranschlag erarbeiten ließ. Über 1300 Euro sollte die Reparatur der Uhr kosten. Geld, das die unter dem Finanz-Schutzschirm stehende Kommune nicht ausgeben darf. Also suchte Gebhard nach Geldgebern. Das bekam der in Völkershausen lebende Leiter des Eschweger Baubetriebshofes mit und informierte seinen Mitarbeiter.

Der hatte eine schnelle Lösung für das Problem und setzte eine digitale Funkuhr anstatt der alten Mutteruhr ein. Ein Teil bestellte er im Internet, alles andere besorgte er sich in einem Eschweger Baumarkt. „Alles in allem hat die Reparatur 380 Euro gekostet“, sagt Gebhard. Rund 1000 Euro weniger als zunächst gedacht. „Ohne den Sparzwang des Schutzschirms hätten wir das erste Angebot sicher angenommen“, sagt Gebhard, der dankbar ist, 580 Euro durch Spenden eingenommen und in der Nachbarkommune eine günstige Alternative gefunden zu haben.

Der Baubetriebshof in Eschwege arbeitet zwischen Wanfried und Großalmerode, Sontra und Neu-Eichenberg fast mit jeder Kommune zusammen. „Wir haben für jedes Problem eine Lösung, weil wir die richtigen Maschinen und ideenreiche Mitarbeiter haben“, sagt Schäffer. Und weiter: „Wir wollen die interkommunale Zusammenarbeit forcieren.“ Dabei sei es nicht das Ziel, andere Bauhöfe zu schlucken. Aber: Die Auslastung der Eschweger Maschinen könnte noch besser sein.

Von Tobias Stück

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