Der Zusammenhalt zählt

Kleinste Ortsteile: In Völkershausen bestimmen vier Vereine das Dorfgeschehen

Dörfchen an der Werra: Ortsbildprägend ist das Rittergut (links). Im Neubaugebiet (rechts) wurde kräftig gebaut. Foto: Greim/Archiv

Völkershausen. Es ist der kleinste Stadtteil von Wanfried und hat doch einiges zu bieten. Wir waren in Völkershausen auf Spurensuche, warum es hier so lebenswert ist. Auffällig ist, dass der Zusammenhalt hier ein ganz besonderer ist.

ZUSAMMENHALT 

„Wenn man in Völkershausen etwas auf die Beine stellen will, findet man ganz schnell Mitstreiter“, sagt der Ortsvorsteher Manfred Schneider. Es habe zwar nachgelassen, weil die Triebfedern älter geworden seien, trotzdem sei die Gemeinschaft noch hervorragend. Fast jeder Völkershäuser ist in einem der vier Vereine Mitglied, die meisten sogar aktiv. Die vier Vereine sind es auch, die abwechselnd in jedem Jahr eine Kirmes auf die Beine stellen. Im vergangenen Jahr gab es nicht nur einen stattlichen Festzug, sondern auch einen kleinen Rummelplatz.

DORFERNEUERUNG 

Das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen hat in den vergangenen sechs Jahren den vollen Einsatz der Dorfgemeinschaft gefordert. Sechs Projekte wurden umgesetzt. Der Jugendraum und dessen Vorplatz wurden neu gestaltet, ein Mehrgenerationenplatz wurde gebaut, der Friedhof komplett saniert.

Größtes Projekt waren das Dorfgemeinschaftshaus und sein Vorplatz neben der Gemeindeschänke. Hier haben insbesondere die Männer des Ortes mitangefasst und der klammen Kommune einige zehntausend Euro eingespart. Insgesamt wurden 650 000 Euro für öffentliche Projekte und 600 000 Euro für private Renovierungen ausgegeben. „Es fällt auf, dass in Völkershausen über 1,2 Millionen Euro investiert wurden“, sagt Schneider. Die Dorferneuerung läuft 2017 aus, Privatpersonen können noch bis Juli Anträge stellen.

DORFMITTELPUNKT 

Ist nicht geografisch gemeint, sondern der Ort, an dem das Dorf zusammenkommt. Es ist das DGH und insbesondere die Gemeindeschänke, die vom Ehepaar Sommer betrieben wird. Hier ist immer was los. Am Sonntagmorgen treffen sich die Männer zum Frühschoppen, abends findet man beim Dämmerschoppen Gesprächspartner. Auch, weil zahlreiche Geschäftsreisende und Waldarbeiter hier übernachten.

GEWERBE 

Gibt es nicht mehr viel in Völkershausen. Der Malerbetrieb von Christian Anhalt ist mit neun Angestellten der größte Arbeitgeber. Außerdem gibt es die Gärtnerei Zenzinger und die Gerance GmbH, die als Forstbetrieb meist Subunternehmer beschäftigt. Die Hundezüchter Ute und Eberhard Ruoff bilden Lagotto Romagnolo zu Suchhunden für Trüffel aus und betreiben eine Hundeschule sowie eine Hundepension.

RITTERGUT 

Das Rittergut Völkershausen am Ufer der Werra wurde im 14. Jahrhundert von der Familie „von Völkershausen” erbaut. Ein Großbrand im Jahre 1916 hat große Teile des Wirtschaftshofes vernichtet. Seit 1986 gehört das Rittergut Peter Freiherr Roeder von Diersburg. Zum Rittergut gehört die Patronatskirche. Der Kirchturm stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist der älteste Teil des Guts. Das Kirchenschiff stammt in seiner jetzigen Ausgestaltung aus dem Jahr 1729. Südwestlich von Völkershausen liegt das Gut Marienhof, ein Vorwerk des Ritterguts. Die Anlage liegt direkt an der einstigen innerdeutschen Grenze, ist gekennzeichnet durch große Artenvielfalt an Fauna und Flora und steht unter Denkmalschutz. Artikel unten

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