Streit zwischen zwei Kindern endet abrupt

16-Jähriger aus Vierbach nach Hundebiss im Krankenhaus - Halterin weist Vorwürfe zurück

Der lädierte Arm: Justin Wrage wurde deswegen im Krankenhaus behandelt. Foto:  privat

Vierbach. Der Arm sei bis auf den Knochen lädiert, Biss-Spuren kennzeichnen den Arm: Am Freitagnachmittag ist der 16-jährige Justin Wrage von einem Hund aus dem Wehretaler Ortsteil Vierbach so stark gebissen worden, dass er bis heute im Eschweger Krankenhaus behandelt worden ist.

Vorausgegangen war dem Vorfall ein Streit zwischen Justins drei Jahre jüngerem Bruder Kevin und einem Jugendlichen aus der Nachbarschaft, dessen Mutter die Hundehalterin ist.

Die Sicht der Mutter

„Kevin kam nachmittags von der Schule nach Hause und hatte am Kopf und Nacken Blessuren“, erzählt Ivonn Wrage, die Mutter der beiden Teenager. Zugefügt worden seien ihm die von einem etwas älteren Jungen ebenfalls aus Vierbach. Der habe ihren Sohn schon im Schulbus heftig beschimpft, bevor er ihn dann noch an der Bushaltestelle in den Schwitzkasten nahm. „Als Justin das erfuhr, wollte er die Sache mit dem anderen Jungen klären und ist zu ihm nach Hause gegangen.“

Dieser Besuch habe sich dann zu einem regelrechten Drama entwickelt: Nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen, auf den Hof zu kommen, öffnete der Sohn dann plötzlich das Tor, aus dem dann „einer der beiden Kampfhunde herausgeschossen kam“, so Wrage: In Sekundenschnelle hätte der sich im rechten Unterarm ihres Sohnes verbissen, der das Tier nur durch einen reflexartigen Schlag auf die Schnauze mit der freien Hand abwehren konnte. Sie möchte die Vierbacher vor dem Hund der Familie warnen, bevor noch etwas passiert. „Man muss vorsichtig sein.“

Die Sicht der Hundehalterin

Empört über diese schwerwiegenden Vorwürfe ist die Hundehalterin, die namentlich nicht genannt werden möchte: Sie bestätigt zwar, dass es zwischen den beiden Jungen im Schulbus eine Auseinandersetzung gegeben habe, „die haben sich aber nichts geschenkt“ und dass Justin Wrage anschließend zu ihrem Hof kam: „Aber hier ist es anders abgelaufen, als Frau Wrage schildert. “

Vielmehr habe Justin schon auf dem Weg zu ihrem Haus wüste Beschimpfungen ausgestoßen, die die ganze Straße hinunter zu hören gewesen seien. „Hier hat er dann immer wieder versucht, gewaltsam unser Tor aufzumachen.“ Sowohl sie als auch ihr Sohn hätten ihm mehrfach gesagt, er solle das lassen, zusätzlich habe sich ihr Sohn von innen gegen das Tor gedrückt, damit das nicht aufgehe. Währenddessen seien die beiden Hunde durch das Gebrüll aufgebracht gewesen und hinter dem Tor bellend auf und ab gelaufen. 

Irgendwann sei es Justin dann doch gelungen, das Tor zu öffnen. „Er hat meinen Sohn dann zum einen gewürgt, zum anderen nach dem Hund, der kein Kampfhund ist, getreten.“ Daraufhin habe der Spanische Hirtenhund einmal zugebissen: „Er wollte sich und seine Familie beschützen.“ Nachgebissen, wie von Familie Wrage behauptet, habe der nicht.

Der Fall liegt bereits der Eschweger Polizei vor. Die bestätigt den Eingang der Anzeige der Familie Wrage, kann derzeit aus Ermittlungsgründen aber nichts dazu sagen. Auch das Eschweger Veterinäramt hat sich eingeschaltet, beide Familien haben sich zudem einen Rechtsanwalt genommen.

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