Fast täglich Kothaufen im Garten

Ärger über freilaufende Hunde in Reichensachsen

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Symbolbild

Reichensachsen. Freilaufende Hunde und ihre Hinterlassenschaften, darüber ärgert sich das Ehepaar Brigitte und Arno Hochapfel aus Reichensachsen. „Seit vier Jahren haben wir fast täglich Hundehaufen auf unserem Grundstück“, sagt Brigitte Hochapfel.

Als sie und ihr Mann dann im vergangenem Jahr aus dem Urlaub zurückkamen, waren es gleich fünf große Haufen auf dem Grundstück im Luxemburger Weg. „Dann hat es uns gereicht“, sagt die 74-Jährige.

So verfasste das Ehepaar Briefe, die sie zunächst anonym an die Hundebesitzer im Umfeld der Europastraße, Dänischer Weg und Luxemburger Weg in Reichensachsen verteilten sowie an die Gemeindeverwaltung sendeten. Das war im November, doch auf eine Reaktion wartete das Ehepaar vergebens. Dann wussten sie sich nicht mehr zu helfen und schrieben im Juli noch einmal Bürgermeister Jochen Kistner persönlich an, mit der Bitte für die Geschädigten Hausbesitzer etwas zu unternehmen. „Doch auch vom Bürgermeister gab es keinerlei Reaktion, das ist sehr enttäuschend“, sagt Arno Hochapfel.

Die beiden hatten selbst 25 Jahre lang Hunde und immer dafür gesorgt die Hinterlassenschaften wieder wegzuräumen, deshalb haben sie auch kein Verständnis für Hundehalter, die die Haufen einfach liegen lassen. Auch beobachteten Hochapfels des Öfteren, dass Hunde auf Spiel- und Sportplätzen frei herumlaufen und forderten Kistner auf, die Leinenpflicht durchzustezen.

„Ich apelliere regelmäßig im Wehretaler Boten an die Vernunft der Hundehalter, die Hinterlasenschaften wegzuräumen“

Auf Nachfrage der Werra-Rundschau reagierte Kistner jetzt und antwortete am Dienstag ausführlich auf das Schreiben des Ehepaares. Darin entschuldigte er sich zunächst für die verspätetet Antwort und drückte sein Verständnis für den Umnut aus. „Auch für mich als Bürgermeister ist die zunehmende Hundehaltung in unserer Gemeinde ein Problem“, sagt Kistner. Er selbst sei ebenfalls betroffen, denn auch auf seinem Grundstück würden öfter Haufen von Hunden und auch Katzen liegen. „Ich bin auch nicht amüsiert, wenn meine kleine Tochter vom Spielen nach Hause kommt und die Schuhe wieder mit Kot verschmutzt sind“, sagt er. Auch seien die Haufen auf den öffentlichen Grünflächen ein Ärgernis für die Mitarbeiter des Bauhofes, die beim Mähen immer wieder von herumfliegenden Kot getroffen würden. „Ich apelliere regelmäßig im Wehretaler Boten an die vernunft der Hundehalter, die Hinterlasenschaften wegzuräumen“, sagt Kistner. Mehr könne er leider nicht machen, denn eine Leinenpflicht - wie Hochapfels annehmen - gebe es nicht. Die hessische Hundeverordnung sowie die Gefahrenabwehrordnung der Gemeinde Wehretal regelten lediglich, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden, Grünanlagen, Gaststätten und Fußgängerzonen eine Anleinpflicht gelte. Ein Betretungsverbot bestehe grundsätzlich auf öffentlichen Rasenflächen, Sport-, Bolz- und Spielplätzen. Sollten Hundehalter dabei erwischt werden, dass sie Hundekot auf öffentlichen Flächen liegen lassen, dann würde Kistner auch hart durchgreifen. „Dazu brauche ich allerdings die Namen der Halter mit genauem Datum und Uhrzeit“, sagt er. Sollte es zweifelsfrei nachgewiesen sein, dann können auf die Halter ein Bußgeld in Höhe der Entsorgungskosten plus etwa 50 Euro Gebühr zukommen.

Von Diana Rissmann

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