Affe aus Reichensachsen lebt jetzt in Wildtierauffangstation bei Hannover

Erregte die Gemüter: der Affe, dessen Besitzer umgezogen waren und ihn vorerst auf dem alten Hof zurückgelassen hatten. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Der Affe aus Reichensachsen ist am Dienstag in eine Wildtierauffangstation bei Hannover gebracht worden. Der sechsjährige Rotgesichtsmakake hat in der vergangenen Woche unter den Reichensächser Bewohnern für viel Wirbel gesorgt, da seine Besitzer umgezogen waren und das Tier vorerst alleine auf dem alten Hof zurückgelassen haben.

Sie wollten ihn nach eigener Aussage nach Möglichkeit ab dieser Woche zu sich holen.

Sein neues Zuhause, in dem er in den Mittagsstunden wohlbehalten angekommen war, hat das Tier jetzt aber in der Wildtierauffangstation gefunden. Ziel ist es, dass der Affe dort lernt, in Gesellschaft weiterer Tiere zurechtzukommen. Die beiden vergangenen Jahre hat er allein in dem Gehege gewohnt, das ihm die Familie Finis artgerecht gebaut hatte. „Es ist schwer, ausgewachsene Tiere zu vergesellschaften“, heißt es beim Veterinäramt Werra-Meißner, das den Transport in die Auffangstation veranlasst hat - mit dem Einverständnis der Besitzerin, die gestern nicht zu erreichen war. „Mit ihr hatten wir schon abgesprochen, dass das Tier ab Februar umziehen soll, jetzt ist es früher passiert.“

Der Grund liegt womöglich auch an dem bundesweiten Interesse, das der Fall ausgelöst hat: Der Tierschutzverein Pro Wildlife aus München hatte sich nach unserer Berichterstattung an das Veterinäramt gewandt und um ein Eingreifen gebeten. „Der Affe soll auf jeden Fall mit anderen Rotgesichtsmakaken zusammengebracht werden“, heißt es dort. Das könne in der Auffangstation im Raum Hannover oder in einer anderen europaweiten Einrichtung der Fall sein. „In diesem Bereich ist man sehr gut vernetzt, vor allem in Holland leben einige Affen dieser Art.“ (cow)

• Die Vorgeschichte des Rotgesichtsmakaken finden Sie auf www.werra-rundschau.de

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