Infizierte Kühe sollen bei Reichensachsen vergraben liegen

A 44-Baustelle: Bürger fürchten Milzbrand im Boden

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Dort, wo für den Tunneleingang gegraben werden muss, sollen mit Milzbrand infizierte Kühe vergraben sein.

Die Bauarbeiten an der A 44 gehen voran, im ersten Quartal 2017 soll auch mit den Arbeiten am Spitzbergtunnel zwischen Reichensachsen und Hoheneiche begonnen werden. Das ruft besorgte Reichensächser Bürger auf den Plan: Dort, wo für den Tunneleingang gegraben werden muss, sollen mit Milzbrand infizierte Kühe vergraben sein.

 „Wir haben Sorge, dass die Bauarbeiter möglicherweise auf die Skelette der Kühe stoßen und sich dann mit dem Erreger infizieren“, sagt ein 83-jähriger Reichensächser Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er wisse, dass auf der Wiese nahe des Wichtelbrunnens, wo jetzt der Tunneleingang entstehen soll, tote Tiere vergraben worden seien. „Mein Großvater hat uns auch von den mit Milzbrand infizierten Kühen erzählt und hat uns verboten, dort wachsende Beeren zu essen.“ Um die Arbeiter vor dem Erreger zu schützen, habe er sowohl bei der Gemeinde Wehretal als auch beim Veterinäramt Bescheid gegeben. 

Thema wurde untersucht

Beide seien der Geschichte auch nachgegangen, sagt Bürgermeister Jochen Kistner: „Es ist jedoch nichts dabei rausgekommen.“ Das bestätigt auch die Deges, Bauherrin der Autobahn. Während des Planfeststellungsverfahrens vor mehreren Jahren sei das Thema untersucht worden, „der Verdacht hat sich aber nicht bestätigt“, sagt Deges-Sprecher Michael Zarth auf Anfrage unserer Zeitung. 

So wurde dem Unternehmen von Seiten des Dezernates Veterinärwesen beim Regierungspräsidium Kassel mitgeteilt, dass kein Zeuge eine genaue Zeitangabe zum Vergraben der Tierkörper noch zur genauen Krankheit machen konnte; der Milzbrand sei erst durch Hörensagen hinzugekommen. Auch der Betreiber einer Tierkörperbeseitigungsanstalt, die bis in die 1970er-Jahre in Reichensachsen betrieben wurde, hätte nichts von Milzbrand-Fällen gewusst.

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