Bauarbeiten an A-44-Brücke bei Reichensachsen in vollem Gang

Mit einem Durchmesser von 1,20 Meter bohrt ein 100 Tonnen schweres Gerät derzeit Löcher in die Erde zwischen Reichen-sachsen und Hoheneiche. Bis zu 20 Meter sind die tief, aufgefüllt werden sie mit Beton: So entsteht das Fundament für die Pfeiler der neuen Autobahnbrücke zwischen dem Trimberg- und dem Spitzenbergtunnel.

Langsam dreht sich der riesige Bohrer mit einem Durchmesser von mehr als einem Meter in die Tiefe. Bis auf den Buntsandstein will er vordringen, 20 Meter muss der Bohrer dafür überwinden. Hat er das geschafft und mithilfe eines am Bohrer befestigten Korbes tonnenweise Geröll, Erde und Wasser an die Erdoberfläche gebracht, ist der Weg frei für die Autobahn 44, die sich vom Trimberg bei Oetmannshausen über eine Spitzkehre in Richtung Südosten schlängeln wird: In die gebohrten Löcher mit einer Tiefe von gut 20 Metern wird Beton gefüllt, weil diese das Fundament der Pfeiler bilden, die die Autobahn teilweise in eine Höhe von mehr als 17 Metern heben.

Der Ingenieur Andreas Steinert hat ein Auge auf die Baustelle

Einer, der die Arbeiten täglich überwacht, ist der Ingenieur Andreas Steinert. Schon seit über 30 Jahren baut er zusammen mit seinem Ingenieurbüro Eibs aus Dresden Brücken. Die in der Gemeinde Wehretal ist trotzdem eine besondere für ihn: Zum einen wird sie mit ihren 636 Metern vergleichsweise lang, zum anderen werden einige Abschnitte in einem Guss gefertigt: „Dort sind dann keine Fugen zu sehen, das Lager zwischen dem Pfeiler und dem Überbau fehlt“, erklärt der Fachmann. Fachleute sprechen dann von einer integralen Bauweise.

Dehne sich der Beton bei warmen Wetter etwas aus, biegen sich die Pfeiler ein wenig nach außen. „Das sind aber nur wenige Zentimeter, sichtbar ist das nicht“, beruhigt Steinert. Oftmals würden die Brücken aber so gebaut, dass die Pfeiler starr seien und ein zwischen den Pfeiler und dem Überbau befindliches Lager das Ausdehnen des Betons im Sommer abfängt. „Das ist dann eine semi-integrale Bauweise“, nennt Steinert das Pendant. Auch das wird bei der Brücke zwischen dem Trimberg und dem Spitzenberg zu sehen sein.

Daneben gibt es aber noch eine weitere Besonderheit: Für jede Fahrtrichtung gibt es ein extra Bauwerk - mit einem Abstand von elf Metern dazwischen.

„Das ist enorm groß, oft fällt den Autofahrern gar nicht auf, dass eine Brücke aus zwei Bauwerken besteht“, betont Steinert. Noch in diesem Jahr soll die Brücke in Fahrtrichtung Kassel gebaut werden, im kommenden dann die in die entgegengesetzte Richtung.

Getragen werden die Bauwerke von 16 Achsen. Auf einer Achse werden dabei vier Pfeiler gebaut: Zwei für die Brücke in Richtung Kassel und zwei für die in die entgegengesetzte Richtung. Der Abstand dazwischen beträgt etwas mehr als 40 Meter: „So lang sind die Spannabschnitte, die dann zu der Autobahn zusammengesetzt werden.“ Die Flächen, wo später die Pfeiler stehen, wurden zum größten Teil schon vorbereitet, erzählt der Ingenieur. An der Wehre war, blickt man von der B 452 aus in Richtung zum Fluss, Schluss. „Derzeit wird dort eine Behelfsbrücke gebaut, damit da dann das 100 Tonnen schwere Bohrgerät drüberfahren kann.“

Mehr zum Thema

Kommentare