Kontrollen reichen aus

Bioeier aus Reichensachsen sind in Ordnung

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Gita Sandrock im Stall mit den älteren Hühnern: Sie hält die Kontrollen von staatlicher und verbandstechnischer Seite für ausreichend und appelliert an das Gewissen der Landwirte, die Überzeugung vom Bioprinzip selbst auch zu leben.

Reichensachsen. Während Politik und Verbraucherschutz im Skandal um Millionen falsch deklarierter Bio-Eier großen Aktionismus zeigen, ist es bei Biolandwirtin Gita Sandrock in Reichsachsen ruhig geblieben.

Einzig der Großhändler, dem sie ihre Eier regelmäßig verkauft, ließ von sich hören.

„Zwischen meinen Kunden und mir herrscht großes Vertrauen“, sagt sie. Die Stimmung im Hofladen gehe eher in die Richtung, dass ein neuer Lebensmittelskandal schon keine wirklich neue Nachricht mehr sei.

Seit 1975 ist der Sandrockhof zwischen Reichensachsen und Oberhone vom Verband Bioland zertifiziert. Gita Sandrock übernahm den Hof von ihren Eltern und ist aktuell Herrin über 2000 Hühner und zwölf Hähne in Bodenhaltung. Die Tiere haben rund um die Uhr Zugang zu einem überdachten Außenstall. Vier Hühner pro Quadratmeter - so schreibt es Bioland vor. Um die 1400 Eier pro Tag kommen da zusammen. Zum Vergleich: Im konventionellen Bereich dürfen bis zu zwölf Tiere pro Quadratmeter gehalten werden.

Die Hühner im Sandrockstall bekommen Futter aus eigenem Anbau. Sie haben Sitzstangen zur Verfügung wie auch einen mit Stroh gestreuten Rückzugsbereich. Es ist hell, und die Klappen zum Außenbereich sind weit geöffnet.

Eier vom Sandrockhof tragen den Stempel 0-DE-062003-1 oder -2. Einmal im Jahr, sagt die Landwirtin, komme der Kontrolleur vom Bioland-Verband. Angemeldet. Dann werden die Felder, die Ställe und die Buchhaltung seit dem vorangegangenen Besuch kontrolliert. Über das Jahr verteilt kämen zudem mehrere Male das Veterinärsamt, der Tierarzt und weitere Kontrolleure.

„Wer den Verbraucher täuschen will, schafft das auch - ob mit oder ohne schärfere Kontrollen.“

„Kontrollen“, sagt Gita Sandrock, „haben wir genug.“ Zwei Ställe hat die 33-Jährige auf ihrem Hof. Jeden Tag muss sie aufschreiben, wie viele Eier in jedem Stall gelegt wurden und wie viele davon in den Handel und den eigenen Hofladen gehen.

„Das ist viel Arbeit“, sagt sie. Aber auch eine große Überzeugung, die dahintersteckt. „Ich bin mit der Biolandwirtschaft groß geworden und könnte mir gar nichts anderes für unseren Hof vorstellen“, sagt die Mutter einer sechs Monate alten Tochter. Wer den Verbraucher täuschen wolle, schaffe das auch - ob mit oder ohne schärfere Kontrollen. Noch mehr Dokumentation wäre für sie zeitlich kaum zu schaffen.

Die Landwirtin warnt vor einer großen Panik. Durch ein Fenster neben dem Hofladen kann jeder in den Stall hineinschauen. „Wer sich unsicher ist, soll einfach vorbeikommen und sich selbst überzeugen“, rät sie.

Von Stefanie Müller

Kontakt: Tel. 05651/3378945, www.biolandhof-sandrock.de 

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