Nachbarschaftsstreit in Reichensachsen

Bolzplatz sorgt für Ärger

Stein des Anstoßes: In Reichensachsen gibt es Ärger um einen Bolzplatz. Vereinzelte Bewohner beschweren sich, dass die Regeln nicht eingehalten werden. Ein Großteil der Bewohner des Viertels erfreut sich hingegen an der Spielmöglichkeit für ihre Kinder. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Ein Bolzplatz in Reichensachsen erregt die Gemüter der Anwohner.

Während sich ein Großteil darüber freut, dass ihren Kindern ein Platz zum Spielen zur Verfügung steht, beschweren sich einige wenige darüber, dass die Regeln des Bolzplatzes nicht eingehalten werden. „Das vergiftet das ganze Nachbarschaftsverhältnis“, sagt eine Anwohnerin, deren Grundstück direkt an den Bolzplatz grenzt – und die sich über die Spielmöglichkeit freut.

Gegen die haben die Beschwerdeführer, die namentlich nicht genannt werden möchten, auch nichts. Ihnen geht es vielmehr um die Einhaltung des Rechts, vermutet Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner: „Auf dem Bolzplatz darf bis 20 Uhr gespielt werden, die Zeitüberschreitungen, und ist es nur eine halbe Stunde, werden mir umgehend mitgeteilt.“ Die Aufforderung: Er solle dafür sorgen, dass die Zeiten eingehalten werden. Geschehe das nicht, will einer der Anwohner weitere Schritte einleiten. „Ich befürchte, dass es möglicherweise zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt“, sagt Kistner. Die wollte er eigentlich umgehen, weshalb er im vergangenen Jahr Schilder anbringen lassen habe, auf denen die Regeln klar zu sehen sind (siehe Hintergrund).

Diese Schilder sorgen bei denjenigen, deren Grundstücke direkt an den Bolzplatz angrenzen, schon für Unmut: „Darauf ist zu lesen, dass nur bis 17-Jährige den Platz nutzen dürfen“, sagt eine Anwohnerin, deren Söhne älter sind. „Aber wo sollen meine Kinder jetzt hin? Ich bin doch froh, dass es diesen Platz gibt und meine Jungs nicht wer weiß was für Schwierigkeiten machen.“

„Das vergiftet das ganze Nachbarschaftsverhältnis.“

Denn Lärm verursachen würden sie durch das Fußballspielen nicht: „Wir haben unser Schlafzimmerfenster zum Bolzplatz raus und es stört nicht“, sagt etwa Christiane Eifler. Sie verstehe nicht, warum es die Beschwerden der vereinzelten Anwohner gebe, die dem Bolzplatz ein Ende bereiten wollen. „Wehretal wirbt mit der guten Infrastruktur und der Familienfreundlichkeit“, sagt sie, „dazu gehören auch Spielmöglichkeiten für Kinder.“

Zudem sei im Bebauungsplan von Anfang an klar gewesen, dass dort ein Spielplatz geplant sei. „Und es ist gewollt, dass der auch bleibt“, sagt Familie Krug, die ebenfalls im Viertel wohnt. Deshalb habe sie vor zwei Jahren auch bei bei einer Unterschriftenaktion mitgemacht – wie 116 andere auch, die sich für den Erhalt des Platzes eingesetzt haben.

Gefahrenabwehrverordnung

Die Gemeinde Wehretal hat auf ihrer Homepage die Gefahrenabwehrverordnung veröffentlicht, die für die Gemeinde gilt. In der ist in Paragraf zehn auch aufgeführt, dass Fußball nicht auf Kinderspielplätzen, sondern nur auf den Bolzplätzen gespielt werden darf – von 7 bis 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen erst ab elf Uhr.

Von Constanze Wüstefeld

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