Wehretaler stellen Mittel zum Kauf bereit – Kritik an fehlendem Konzept

Bürgerbus sorgt für Ärger

Reichensachsen.  Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner möchte in seiner Gemeinde einen Bürgerbus installieren. Mit dem sollen gerade in den Ferienzeiten, wenn die regulären Busse nur eingeschränkt fahren, ie Mobilität zwischen den Orten sichergestellt werden. 

Donnerstag sind sie losgegangen, die hessischen Weihnachtsferien. Erst am 9. Januar müssen Kinder und Lehrer wieder in die Schule, bis dahin können die freien Tage voll ausgekostet werden. Das hat auch Auswirkungen auf den Busverkehr: Die Busse werden hierzulande vor allem für die Schülerbeförderung eingesetzt, weshalb es in den Ferien häufig einen anderen – und auch eingeschränkten – Busfahrplan gibt. 

„Dadurch gestaltet sich die Verbindung zwischen den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde Wehretal gerade für Personen ohne ein eigenes Auto insbesondere in den Schulferien schwierig“, sagt Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner. Deshalb hat er angeregt, einen Bürgerbus anzuschaffen, der zu gewissen Zeiten zwischen den Orten hin- und herfahren und so Personen von A nach B bringen kann. „Kistner hat uns diese Überlegungen ausführlich im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt“, sagt Andreas Eifler (SPD) während der jüngsten Gemeindevertretersitzung, „angestoßen hat er so einen Denkprozess.“ 

Wolfhard Austen, Fraktionsvorsitzender der FWG, hätte sich mehr als nur einen Denkprozess gewünscht, wenn schon 25 000 Euro für den Kauf eines kleinen Gemeindebusses in das Investitionsprogramm für das kommende Jahr aufgenommen wurden. „Ein Konzept, wie das Fahrzeug genutzt und eingesetzt werden soll, gibt es noch nicht.“ Seine Fraktion hätte schon einen Vorschlag: dass auch Kindergartenkinder mit dem Bus gefahren werden. 

Damit ein Konzept erarbeitet werden könne, schlug Austen vor, dass der Gemeindevorstand einen Vertreter der Gemeinde Kirchheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) einlade, der über die Nutzung und den Einsatz eines Bürgerbusses berichten soll – „denn einen solchen Bus gibt es dort schon lange, Träger ist ein Verein.“ 

Dieser Antrag stieß bei einem Großteil der restlichen Gemeindevertreter auf Widerstand: „Es wurde deutlich gesagt, dass es sich erstmal um einen Denkprozess handelt“, verstand Eifler die Kritik Austens nicht, dass ein Konzept fehle. Es sei doch klar, dass das jetzt als nächstes erarbeitet werden müsse. Er und die Mehrheit der Gemeindevertreter stimmten deshalb gegen die Einladung eines Vertreters der Gemeinde Kirchheim in ihren Haupt- und Finanzausschuss.

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