Ehemalige Europameister lassen Schüler auf dem Trampolin schweben

Hoch in die Luft: Christian Pöllath von den „Flying Bananas“ war in der Paul-Moor-Schule in Reichensachsen zu Gast. Foto: Sennhenn

Reichensachsen. Die ehemaligen Spitzensportler Christian Pöllath und Mani Schwedler haben die Augen der Reichensächser Kinder zum leuchten gebracht: Sie sind mit ihnen Trampolin gehüpft.

Kinderlachen tönt durch die Sporthalle, Haare fliegen durch die Luft. Mutig erklimmt ein Kind nach dem anderen das in der Mitte der Halle aufgebaute Trampolin, auf dem die beiden Vize-Weltmeister und Europameister aus Frankfurt, Christian Pöllath und Mani Schwedler, freudig warten. Nach anfänglichen Probehüpfern geht es an den Händen der Profis bald hoch hinaus.

Spaß an der Bewegung 

Jedes Mal brandet Jubel auf, wenn sich die kleinen Helden von den „Flying Bananas“, so der Name des Duos, zum Schweben bringen lassen. „Die beiden gehen so unglaublich toll mit den Kindern um“, stellt Magdalena Weidner, Vorsitzende des Turngaus Werra und Organisatorin des Termins fest. Die Spitzensportler haben es sich nach dem Ende ihrer aktiven Karriere zur Aufgabe gemacht, Kindern den Spaß an gemeinsamer Bewegung zu vermitteln. Der erste Schritt ging dabei vom Turngau Werra aus, der die beiden zur großen Gala seines 150-Jährigen Jubiläums engagierte.

Doch eine überraschende und so nicht zu erwartene Antwort erreichte Weidnerschon bald nach ihrer Anfrage. So boten die Champions vergangener Tage an, nicht nur zur großen Gala auftreten zu wollen, sondern mit den Kindern vor Ort die Begeisterung für den Trampolinsport zu teilen. „Wir waren in diesem Jahr in rund zwanzig Kindertagesstätten zu Gast, die alle ein inklusives Konzept verfolgen. Wir wollen durch unsere Aktivität vor allem Inklusion betreiben“, begründet Pöllath das Engagement mit seinem Partner.

Hervorragendes Instrument 

Das Trampolin sei dafür ein hervorragendes Instrument, da man mit jedem Kind etwas anfangen könne, egal welche körperlichen Voraussetzungen es mitbringe. Doch trotz der von ihnen ausgehenden Bemühungen stehe und falle alles mit dem Willen der Kindertagesstätten und der Schulen. Damit die Heranführung an das Trampolinspringen nicht ohne Wirkung bleibt, sind Pöllath und Schwedler, die die persönlichen Rückmeldungen im Vergleich zu ihren Gala-Auftritten zu schätzen wissen, um Nachhaltigkeit bemüht. So bekommen die Paul-Moor-Schule, die Kleeblattschule und der Kindergarten „Wilde Wichtel“ je ein kleines Trampolin überlassen. „Wir wollen natürlich Kooperationen zwischen den ortsansässigen Vereinen und den Einrichtungen fördern, damit die sichere und fachgemäße Fortsetzung gewährleistet wird“, so Pöllath.

Ein Ende des Projektes ist nicht in Sicht. „Solange es den Kindern gefällt, machen wir weiter!“, verkündet Pöllath stolz. Das könnte allerdings noch ewig dauern, wenn es nach der kleinen Schülerin Zoe ginge, die es schlichtweg „cool“ fand, „dass es so hoch ging“.

Zu den Personen

Christian Pöllath (51) ist in Rendsburg aufgewachsen und kam aufgrund seines Sporttalentes nach dem Abitur im Jahr 1983 zur Sportfördergruppe der Bundeswehr nach Frankfurt. Der Schleswig-Holsteiner ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren.

Mani Schwedler (56) ist nach der Zeit in seiner Heimat Rinteln (Niedersachsen) zur Sportfördergruppe der Bundeswehr nach Frankfurt gegangen. 1978 war er Trampolin-Europameister. Schwedler ist in einer festen Beziehung.

Das Duo weist eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz vor. So holten beide insgesamt viermal WM-Bronze, fünfmal EM-Silber, wurden 15-mal Deutscher Meister und 54-mal Landesmeister.

Von Lukas Sennhenn

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