Massiver Kundenrückgang bei Händlern an Landstraße in Reichensachsen

Einbußen durch Baustelle

Weniger Kunden durch die Baustelle: Nicole Meyer vom La Villa und Marco Deiters von der gleichnamigen Werbeagentur freuen sich, wenn die Baustelle mit Beginn des Wichtelfestes Mitte Juni – eine Woche früher als ursprünglich geplant – wieder aufgehoben wird. Fotos:  Wüstefeld

Reichensachsen. Seit April besteht die Baustelle in Reichensachsen, gearbeitet wird an der Landstraße. Die anliegenden Händler haben dadurch teilweise Einbußen von 30 Prozent. 

Für einen kurzen Moment geht nichts mehr: Auf dem Weg zum Aldi-Markt in Reichensachsen hat der Fahrer des Lastwagens den Radius unterschätzt, der ihm bleibt, um durch die Baustellenabsperrung auf das Unternehmensgelände zu kommen. Der Rückwärtsgang wird eingelegt, der zweite Versuch glückt.

Diese Szenen sind derzeit öfter an der Landstraße in Reichensachsen zu beobachten. Die wird von Hessen Mobil noch bis Mitte Juni saniert, schon seit Wochen ist deshalb immer nur eine Fahrspur für den Verkehr aus Eschwege kommend in Richtung Hoheneiche freigegeben. Die Lieferanten brauchen da eine Menge Geschick, um ihre großen Fahrzeuge zu ihren Kunden zu manövrieren – noch.

 „Ab dem 6. Juni wird die Landstraße für zwei Wochen komplett gesperrt“, sagt Marco Deiters, der eine Werbeagentur in Reichensachsen betreibt und nicht weiß, wie seine teils schwere Ware während dieser Zeit zu ihm kommen soll. „Ich ziehe die Baustellen einfach an“, sagt er und nimmt es mit Humor, „einst hatte ich mein Geschäft am Marktplatz – der wurde dann eineinhalb Jahre umgebaut.“ Auch jetzt mache sich die Baustelle auf das Geschäft bemerkbar.

Dicht für eine Woche

Das kann auch Nicole Meyer von La Villa in Reichensachsen bestätigen. Schon jetzt würden durch die Baustelle weniger Leute kommen, mit der Vollsperrung stehe die schlimmste Zeit aber noch bevor. „Ich werde mein Geschäft deshalb zumindest für eine Woche schließen, bin aber davor und auch danach wieder natürlich für meine Kunden da“, sagt sie. Das wollen sowohl Silvia Grüneberg, Inhaberin von Fein und Ripp, als auch die Ehegattin des Pächters von der Tankstelle Honsel, Ines Heizmann, vermeiden. „Angepasst haben wir die Öffnungszeiten allerdings schon, wir schließen jetzt bereits um 22 statt um 23 Uhr“, sagt Heizmann. Auch Grüneberg denkt über geänderte Öffnungszeiten während der Vollsperrung nach. „In der Zeit wird es ja nicht leichter“, sagt sie, „deshalb aber auch ein dickes Dankeschön an die Kunden, die trotzdem zu uns nach Reichensachen kommen.“

Ganz so viele, wie das ohne die Baustelle wären, sind das nicht mehr. „Ich habe schon Einbußen von gut 30 Prozent“, sagt Harald Diegel vom Restaurant Ab und Zu, was auch die Tabakstube Martin bestätigen kann. „Man kann sich ja kaum draußen hinsetzen und sich unterhalten, wenn ständig der Bagger schnurrt“, sagt Diegel.

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