Weiterentwicklung von Gewerbeflächen sorgt erneut für Diskussionen

Streit um Gewerbegebiet: Gemeindevertreter Wehretals beschließen den Nachtragshaushalt

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Die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen war einmal mehr Streitthema am Abend. 

Reichensachsen. Getragen von SPD, CDU und FDP, aber gegen das Votum der FWG hat das Parlament der Gemeinde Wehretal am Montagabend den ersten Nachtragshaushalt für 2016, die Fortschreibung des Investitionsprogrammes für die Jahre 2015 bis 2019 sowie das Haushaltssicherungskonzept beschlossen.

Streitpunkt war einmal mehr die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen in Reichensachsen. Wie FWG-Sprecher Dr. Claus Wenzel in seinen Ausführungen betonte, berge die Realisierung des geplanten Gewerbegebietes nördlich der Wichtelgemeinde einen Widerspruch in sich, da der Ankauf von Ausgleichsflächen zu kaum relevanten Preisen den Ankauf der benötigten landwirtschaftlichen Flächen, die dem dreifachen des marktüblichen Preises entsprächen, wenig sinnvoll sei. 

Keine Verschwendung von Steuergeldern

„Die Gemeinde verfügt sowieso schon über ein Überangebot an Flächen, so dass wir keinen Grund sehen, um signifikante Flächen zu vermarkten“, verwies Dr. Wenzel auf eine entsprechende Studie der Wirtschafts-Förderungsgesellschaft Werra-Meißner und stellte den Antrag, den geplanten Grunderwerb aus dem Ivestitionsprogramm zu nehmen, was aber abgelehnt wurde.

Für Bürgermeister Jochen Kistner bedeutet der Ankauf von Flächen, die einmalig zur Verfügung stehen, ein vielschichtiges Entwicklungspotential für Handel und Handwerk in Reichensachsen. Die Kommune betreibe auch keine Verschwendung von Steuergeldern. „Die Entwicklung des Gewerbegebietes ist ein langsames, schrittweises Verfahren, bei dem alle mitgenommen werden. Die letzten Entscheidungen liegen dann sowieso beim Parlament“, hielt er den Kritikern vor.

"Vieles passt hier nicht zusammen"

Kritisch setzte sich die FWG auch mit der Möglichkeit auseinander, das Gewerbegebiet durch Aufschütten mit dem A-44-Tunnelaushub zu erschließen. „Alle unsere Vorschläge und Bedenken hinsichtlich der Nutzung einer Fläche nördlich der Nordumgehung, die Gefährdung von Reichensachsen bei Hochwasser und das Überangebot von Gewerbeflächen werden ignoriert, passt hier vieles nicht zusammen“, so Fraktionsvorsitzender Wolfhard Austen. SPD-Vorsitzender Dieter Neuser warf der FWG Populismus vor, verfolgten die Freien Wähler lediglich eine simple Verhinderungstaktik.

„Die SPD steht hinter dem Ansatz, das Gewerbegebiet zu entwickeln!“ Ähnlich äußerste sich auch Dorothea Henkelmann (CDU). Trotz dem Sparzwang sollte man ein Projekt nicht von Beginn an torpedieren. „Wir müssen auch mal ein Risiko eingehen, wollen wir unsere Gemeinde weiterhin attraktiv gestalten.“

Von Dieter Möller

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