Hoheneiche: Letzter Schlauchturm der Gemeinde Wehretal stillgelegt

Gut 14 Meter hoch: der Schlauchturm in Hoheneiche. Der wurde jetzt stillgelegt. Foto:  Wüstefeld

Hoheneiche. Er war der letzte Schlauchturm der Gemeinde Wehretal: der der Freiwilligen Feuerwehr in Hoheneiche. Jetzt wurde auch der dichtgemacht, aus Sicherheitsgründen. In dem kleinen Ortsteil geht damit eine lange Tradition zu Ende.

Angefangen hatte alles 1956. Damals wurde das Gebäude, in dem heute ausschließlich die Feuerwehr untergebracht ist, gebaut - als Mehrzweckgebäude. So hatte dort die angrenzende Schule einen Raum, der Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde Hoheneiche saß im Erdgeschoss.

Heute ist in dem ehemaligen Büro ein Versammlungsraum der Feuerwehr untergebracht - zum Schlauchturm geht es über einen Flur, der von der Kleidung, den Helmen und den Schuhen der Feuerwehrkräfte gesäumt ist. „Der wurde uns jetzt aber stillgelegt“, sagt der Wehrführer Kai Herwig. Gleich mehrere Gründe hat die Unfallkasse Hessen, die auf Anraten des technischen Prüfdienstes vorbeischaute, bemängelt: Zum einen sei die Brüstung auf den Zwischenebenen zu niedrig, sodass die Gefahr bestehe, dass jemand darüber falle. Zum anderen sei der Aufstieg nicht mehr auf dem aktuellen Stand: Gesichert sei man nur durch wenige Metallringe, die in einigem Abstand um die Leiter gelegt sind. Außerdem gehe der Aufstieg senkrecht nach oben und die Tritte seien zu nah an der Wand.

Für die Mitglieder der Feuerwehr ist die Stilllegung ärgerlich, weil jetzt mehr Arbeit auf sie zukommt. „Bislang haben wir die Schläuche nach Übungen einfach in den Turm zum Trocknen gehängt“, erklärt Herwig. Das sei auch in den Abendstunden kein Problem gewesen, da man ja Zugang zum Turm hatte. Jetzt müssen die Schläuche erst einmal nach Eschwege gebracht werden, wo sie getrocknet und nach Einsätzen und Nassübungen auch gleich auf ihre Funktionalität überprüft werden. „Dort hinbringen können wir die Schläuche aber nur tagsüber, weil abends keiner mehr da ist.“

Auch weil diese Dienste Geld kosten, sucht die Freiwillige Feuerwehr Hoheneiche jetzt nach Alternativen. In Reichensachsen beispielsweise gebe es bereits eine Schrägtrocknung, bei der die Schläuche diagonal in eine Vorrichtung eingespannt werden. Favorit ist aber derzeit ein Trockenschrank: „Dort werden die Schläuche locker reingelegt und durch ein Gebläse getrocknet“, erklärt Herwig, „das sieht aus wie ein riesiger Backofen.“ Gekauft werden müsse der aber von der Gemeinde Wehretal, weil die für die Brandschutzsicherung verantwortlich sei.

Der Turm wird in den nächsten Wochen jetzt umgerüstet: Eine Decke wird eingezogen, die Leiter gekappt und der Boden neu verlegt. „Wir nutzen den unteren Teil dann als Abstellraum, mit dem oberen haben wir dann nichts mehr zu tun“, sagt Herwig.

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