Inklusionspreis: Fußball verbindet Paul-Moor-Schule und SC Niederhone

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Bunte Mannschaft: Matthias Gruber (oben links) und sein Team beim McDonalds-Cup.

Niederhone/Reichensachsen. Seit 2011 eröffnen der SC Niederhone  und die Paul-Moor-Schule  Jugendlichen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, am regulären Fußball-Spielbetrieb teilzunehmen. „Damit erfüllt man ihnen einen Lebenstraum und macht wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Lebensqualität und sozialer Akzeptanz", weiß Gruber.

Eschwege. „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun“ - dieses Goethe-Zitat war wegweisend für Alexander Jung, Jugendleiter des SC Niederhone, und Matthias Gruber, Sportfachleiter der Paul-Moor-Schule, als sie das Projekt „Fußball inklusiv(e)“ verwirklichten.

„Der Gedanke der Inklusion ist zwar bereits in vielen Köpfen angekommen, aber an der Umsetzung scheitert es häufig noch“, nimmt er Bezug auf das leitende Zitat. Gerade in Sportvereinen, wo Teamgeist, Zusammenhalt und Miteinander großgeschrieben werden, kann und sollte Inklusion besonders stattfinden. „Viele Vereine sind aber einfach nicht dazu bereit, auch schwächere Spieler ins Team aufzunehmen“, beschreibt er die Leistungsorientierung.

Dass dieser Schritt sich aber durchaus lohnt und eine Bereicherung für alle Beteiligten werden kann, zeigt „Fußball inklusiv(e)“ in aller Deutlichkeit. Bereits vier Schüler der Paul-Moor-Schule nehmen regelmäßig am Training teil, ein Inklusionsturnier ist seit vier Jahren fester Bestandteil des alljährlichen McDonalds-Cups und auch bei anderen Turnieren ist man gern gesehener Gast.

„Gewinnen ist nicht alles. Eine strikte Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Spieler kann nicht Sinn des Jugendfußballs sein, vielmehr geht es um Spaß, Gemeinschaftsgefühl und Begeisterung“, beschreibt Alexander Jung die Philosophie seines Vereins. Die Leidenschaft für Fußball wurde bei den Paul-Moor-Schülern definitiv geweckt. „Wenn wir von der Schule oder vom Verein aus etwas unternehmen, ist das schon ein Highlight. Der McDonalds-Cup zum Beispiel wird schon lange vorher thematisiert“, freut sich Matthias Gruber über die ersten Früchte des Projektes.

In Zukunft soll „Fußball inklusiv(e)“ noch weiter ausgebaut werden. „Wir planen einen Ausflug zu einem Bundesligaspiel, möchten Kicker-Turniere ausrichten und hoffen auf noch mehr Zuwachs“, blickt Jugendcoach Jung optimistisch in die Zukunft.

Ohne die ehrenamtlichen Bemühungen der Verantwortlichen und finanzielle Unterstützung wäre all das aber gar nicht möglich. „Wir möchten noch mehr erreichen und mit gutem Beispiel vorangehen“, hoffen Alexander Jung und Matthias Gruber auf eine noch bessere Zusammenarbeit von Verein, Schule, Eltern und Sponsoren.

Von Christine Junghans

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