Seniorenheim Forstgartenstift in Reichensachsen soll wie angekündigt im Oktober fertiggestellt sein

38 Interessenten sind schon da

Reichensachsen. Auf der Zielgeraden scheint das Seniorenheim Forstgartenstift in Reichensachsen alle widrigen Verzögerungen seit der Planung wettzumachen. Die beim Richtfest anvisierte Fertigstellung im Oktober nimmt Gestalt an. Seit drei Monaten wird im Rohbau geheizt, jede Woche für 1000 Euro Heizöl, sagt Bauherr Rainer Wolf. Gut angelegtes Geld, denn der Innenausbau geht zügig voran.

An dem dreiflügeligen Bau ist schon von außen zu erkennen, nach welchem System innen gewohnt werden soll. In den beiden äußeren Trakten sind auf jeweils zwei Ebenen je zehn Zimmer von 18, mit Bad 24 Quadratmetern angesiedelt. Jede Bewohnergruppe à zehn Personen verfügt über einen großen Gemeinschaftsraum. Der ist als Wohn- und Esszimmer sowie allgemeiner Aufenthaltsraum das Zentrum der Philosophie des gemeinsamen Lebens und Wohnens, das Wolfs anstreben.

Prinzip der Gemeinsamkeit

Jeder Gruppenraum im Parterre hat eine Terrasse, oben sind es entsprechend Balkone.

Darüber hinaus gibt es einen fünften größeren Raum für Veranstaltungen aller Art mit und ohne Beteiligung von außen, beispielsweise mit den Landfrauen, Musikgruppen oder sonstigen Unterhaltungsangeboten, erzählen Rosi und Rainer Wolf, die ungeduldig täglich vor Ort sind, um die Fortschritte kontrollierend zu beobachten.

Weil das Gebäude nicht unterkellert ist, sind Hausmeister, Heizung und Abstellräume für die Bewohner im Obergeschoss des Mitteltraktes untergebracht, der mit Verwaltung, Haupteingang und sonstigen Funktionsräumen das Zentrum des Komplexes bildet, erläutert Architekt Michael Luther die Gebäudestruktur. Vier Millionen Euro kostet das Projekt, mit 1,2 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt das Land Hessen das Pflegeheim, auch, weil es mit dem Hausgemeinschaftsmodell neue konzeptionelle Wege in der Pflege betrete. Noch einmal 1,2 Millionen Euro stellt Hessen dem Ehepaar Wolf als zinsloses Darlehen zur Verfügung.

Für die 40 Zimmer liegen schon 38 Anfragen vor, sagt Rosi Wolf. Erfahrungsgemäß münden davon um die 15 in einem Bewohnerverhältnis.

Das kann nach Lage der Dinge beziehungsweise Stand der Bauarbeiten wie geplant noch in diesem Jahr der Fall sein. Die Inbetriebnahme schwebt Bauherr und Architekt wie beim Richtfest angekündigt im Oktober vor.

Von Helmut Mayer

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