In Wehretal sollen die Laternen nachts wieder anbleiben

Reichensachsen. Es war eine Debatte, die sehr emotional geführt worden ist: Sollen die Straßenlaternen in der Gemeinde Wehretal nachts wieder durchgehend leuchten oder nicht?

Während sich die CDU-Fraktion nicht erst seit der Gemeindevertretersitzung am Freitagabend dafür einsetzt, dass der Beschluss zur Nachtabschaltung aus dem März 2015 aufgehoben wird, appellierte vor allem FWG-Mann Dr. Claus Wenzel an die Gemeindevertreter aller vier Fraktionen, die Straßenlaternen zwischen 1 und 4 Uhr in der Nacht auszulassen: Die Umwelt müsse geschont und die Erdkugel auch noch für die Kindeskinder bewohnbar bleiben. Dass die CDU das auch wolle, bezweifelte Wenzel: Eigentlich, so provozierte er, stehe das C für christlich und somit dafür, dass man die Schöpfung wahren müsse.

„Bevor Sie unsere Partei angreifen, sollten Sie erst mal die richtige für sich finden.“

Weil die Wehretaler Fraktion dieser Partei mit ihrer Forderung nach der durchgängigen Beleuchtung in der Nacht der Umwelt schade, stehe der Buchstabe wohl für was anderes: „Wofür steht das C, vielleicht für Comedy?“ – was Wenzel nicht nur den Unmut der CDU bescherte, sondern auch der Gläubigen unter den Gemeindevertretern.

„Bevor Sie unsere Partei angreifen, sollten Sie erst mal die richtige für sich finden“, konterte Friedhelm Zindel von der CDU-Fraktion und spielte darauf an, dass Wenzel selbst einmal seiner Partei angehörte, mittlerweile aber in den Reihen der FWG sitzt. Zur sachlichen Debatte zurück führte Harald Becker von der FDP: Er betonte, dass man die subjektive Sicherheit, die mit einer nächtlichen Beleuchtung höher sei als ohne, nicht außer Acht lassen dürfe, weshalb er sich auch für ein Aufheben des Beschlusses aussprechen würde.

Dem Argument der CDU, dass man so aber tatsächlich für mehr Sicherheit sorgen würde, verweigerte er sich: „Jetzt einen Zusammenhang zu der Brandserie in Hoheneiche im Sommer zu konstruieren, geht mir zu weit.“ Die Fraktionsvorsitzende der CDU, Dorothea Henkelmann, hatte zuvor mit mehreren Zwischenfällen in der Gemeinde argumentiert, das Licht wieder anzulassen, weil die Dunkelheit sonst Straftaten begünstige: Neben der Brandserie in Hoheneiche waren das Schmierereien an öffentlichen Gebäuden und Einbrüche.

Der finanzielle Aspekt rückte eher in den Hintergrund: Dadurch, dass die Straßenlaternen alle auf die LED-Technik umgerüstet werden würden, würden auf die Gemeinde nur wenige weitere Kosten zukommen, ließe man das Licht wieder an: „Die gut 6000 Euro sollten es uns wert sein“, sagte Henkelmann. Sie konnte mit dem Vorstoß ihrer Fraktion, den Beschluss zur Nachtabschaltung wieder aufzuheben, letztendlich die meisten Gemeindevertreter auf ihrer Seite begrüßen: Mehrheitlich wurde diesem Antrag zugestimmt, sodass es spätestens mit der kompletten Umrüstung der Straßenlaternen auf die LED-Technik im Frühjahr auch nachts durchgehend hell bleibt. ARTIKEL UNTEN

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