Petra Heckmann führte Sparte des SV Reichensachsen durch turbulente Zeiten

Führte durch die schweren Vereinszeiten: Petra Heckmann, Handball-Spartenleiterin des SV Reichensachsen. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Eigentlich ist sie zum Handball nur durch ihre Kinder gekommen, jetzt leitet sie die Sparte dieser Sportart beim SV Reichensachsen. Für ihr Engagement ist Petra Heckmann mit der bronzenen Ehrennadel der Gemeinde Wehretal ausgezeichnet worden.

Schon früh hat der SV Reichensachsen auf einen Sport gesetzt, den es sonst im Kreis nirgends gab: den Frauenhandball. Und weil diese Sportart nicht nur von den Erwachsenen, sondern auch schon von den Mädchen gespielt wurde, war auch für die zwei Töchter von der Reichensächserin Petra Heckmann klar: Wir spielen bei den Minis. „Und so fing meine ältere Tochter 1996 an, Handball zu spielen“ - und war damit wohl mitverantwortlich für das Engagement ihrer Mutter innerhalb der Handballsparte beim SVR. Für das ist die 50-Jährige jetzt mit der bronzenen Ehrennadel der Gemeinde Wehretal ausgezeichnet worden.

Gerechnet hätte sie damit nicht, gibt die resolut wirkende Frau zu. Denn hinter der Handballsparte des Vereins liegen turbulente Zeiten mit schwierigen Entscheidungen, die es zu treffen galt. „Aber es ging nicht anders“, erzählt Heckmann und skizziert die vergangenen Jahre: Über ihre beiden Mädchen zum Verein gekommen, engagierte sie sich, die selbst Leichtathletin war, ab dem Jahr 2000 als Betreuerin im Team ihrer jüngeren Tochter.

Lange Jahre füllte sie das Amt aus, dann kam die Veränderung, sowohl in ihrem Engagement als auch im Verein: Dessen Frauen-Handballer hätten in der Saison 2006/07 von der Regionalliga in die zweite Bundesliga aufsteigen können, aus finanziellen Gründen schlug der Verein das aber aus - der sportliche Abstieg begann. Zeitgleich wurde ein neuer Spartenleiter im Handball gesucht, Petra Heckmann ließ sich überreden - und wusste nicht, welch schwierige Zeit auf sie zukommen würde. „2010 hat sich unser Förderverein aufgelöst, der sich um die ganzen Finanzen gekümmert hat.“

Die gehören seitdem mit zu ihrem Aufgabenfeld, und weil kaum Geld da war, war die Zeit der Spielerinnen aus Russland oder Polen vorbei. „Einigen Spielern und Trainern hat das nicht gepasst, sie sind deshalb gegangen. Mit sieben Spielerinnen aus der Region haben wir dann 2010 in der Oberliga dagestanden.“

Für Heckmann keine einfache Zeit. Für die Mannschaft, die ohne jegliche Ersatzspielerin zu ihren Turnieren fahren musste, suchte sie deshalb nach Frauen, die zumindest ab und zu einmal aushelfen konnten. „Der Zusammenhalt ist dadurch unglaublich gewachsen.“ Ihre klare Linie und die Zähigkeit haben sich ausgezahlt: Mittlerweile konnte der Verein eine zweite Mannschaft aufstellen, es gibt qualifizierte Trainer, und, was der 50-Jährigen wichtig ist, einen guten Unterbau.

Und noch etwas kann sie sich auf die Fahnen schreiben: Auf die Idee ihrer jüngeren Tochter hin hat sie sich dafür eingesetzt, dass in der Handballsparte des SV Reichensachsen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert werden kann. „Diese Stelle ermöglicht es uns, dass wir Schulen eine Kooperation anbieten können“, freut sich Heckmann. Und auch das Inklusionsteam aus Spielerinnen des Vereins und den Werraland-Werkstätten konnte so zustande kommen.

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