Radweg zwischen Reichensachsen und Oetmannshausen Mutprobe für Nutzer

Fährt nur noch mit seinem Mountainbike über den Radweg zwischen Reichensachsen und Oetmannshausen: Karsten Lind. Sein Rennrad würde er sich hier runieren. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen/ Oetmannshausen. Bereits seit einem Monat ist der Radweg, der von Reichensachsen nach Oetmannshausen führt, wieder für den Verkehr freigegeben. Doch die Fahrradfahrer erwartet auf einem Teilstück ein Hindernisparcours: Ein Abschnitt ist nicht geteert, viermal muss in einem 90-Grad-Winkel abgebogen werden.

Zuvor war er gut drei Tage lang gesperrt: Aufgrund der Arbeiten an der Wehretalbrücke, die mit der Fertigstellung Teilstück der künftigen A 44 wird, musste der Radweg verlegt werden. „Leider wurde er aber bis heute nicht wiedergefunden“, sagt der Eschweger Karsten Lind, der passionierter Rennrad- und Mountainbikefahrer ist. Zwar gebe es wieder einen Weg, der von Reichensachsen nach Oetmannshausen führe, „das ist aber jetzt ein Slalomkurs mit rechtwinkligen Kurven auf einer Mischung aus Sahara-Sand und Steinen", veranschaulicht Lind.

Für Mountainbiker sei das jetzt sicherlich mal eine willkommene Abwechslung, „mit dem Rennrad kann ich dort aber nicht mehr langfahren“, erklärt der Eschweger, der je nach Wetterlage fast täglich im Sattel sitzt: „Zum einen ist der Schotter nicht gut für die Reifen, zum anderen mache ich mir auch meine speziellen Schuhe kaputt.“ So bleibe ihm deshalb nichts anderes übrig, als den gefährlicheren Weg über den Bahnhof und dann auf die B 27 in Richtung Oetmannshausen zu nehmen - „Der Weg ist nur auch gerade gesperrt und das noch bis zum Ende der Sommerferien.“ Deshalb weicht Lind jetzt sogar auf die B452 aus, „die aber keinen Seitenstreifen aufweist, das ist nicht ganz ohne“.

Wie die Lösung aussehen soll, ist für Lind klar: „Beim Bau einer Autobahn, wo Milliarden für den Bau überflüssiger Tunnel verschwendet werden, sollte eigentlich nicht bei 100 Metern Radweg gespart werden.“ Alles andere als ein geteerter Weg sei daher absolut alternativlos - „Und zwar sofort.“ Sonst dauere es nicht mehr lange, bis der erste Radurlauber im Krankenhaus lande.

Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner verweist bei dem Problem auf dem Deges. Die ist für den Autobahnbau verantwortlich, hat auch den Radweg verlegen lassen. Bis Redaktionsschluss lag von der Projektmanagementgesellschaft noch keine Antwort vor.

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