Die Reichensächser Wichtel sind Friedensstifter

Reichensachsen. Die Sage um die Wichtel ist die Grundlage des Reichensächser Wichtelfestes, das jetzt seit über 60 Jahren in der Gemeinde gefeiert wird.

Die Wichtel gelten als die Schutzpatronen Reichensachsens, die die Menschen alljährlich dazu aufrufen, in Frieden und Toleranz miteinander zu leben. Seinen Ursprung findet das Fest in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Kriegsflüchtlinge sich im Ort niederließen und in die Gemeinschaft aufgenommen werden mussten. Die Geschichte der Wichtel erzählt von eine Gruppe Heinzelmännchen, die sich aufmachten, eine neue Heimat zu finden. Dabei entdeckten sie nach langer Wanderung die Wichtelquelle und lebten fortan hier, um den Bauern und Handwerkern zu helfen.

Doch als die Menschen begannen, Krieg untereinander zu führen, blieben die Wichtel weg, hinterließen aber die Botschaft, dass sie wiederkommen, wenn Frieden herrscht. Als im Land endlich wieder Frieden war, schickten die Menschen eine Abordnung zu den Wichteln und baten sie, in das Tal zurückzukehren. Erstaunt stellten die Wichtel nach ihrer Rückkehr fest, dass es viele neue Gesichter gab. Die Wichtel fühlten sich mit ihnen besonders verbunden und sagten zu jedem: „Vergesst nicht: Geteiltes Leid, ist halbes Leid.“ Seither kommen die Wichtel einmal im Jahr ins Tal und sagen ihren Spruch, in dem sie an die Menschen appellieren, Eintracht und Frieden zu erhalten und Niedertracht und Zwietracht zu verbannen. An lauen Sommerabenden, wenn der Mond hell scheint, soll man die Wichtel auf dem Spitzberg hören, wenn sie sich im Tal Geschichten aus alten Zeiten erzählen. (salz)

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