17 Klassen nehmen an Wettbewerb teil

Paul-Moor-Schüler kochen um den Sieg

Kochen gemeinsam: Lehrer und Schüler. Hier gibt es eine asiatische Pfanne. Fotos: Wüstefeld

Reichensachsen. Zum vierten Kochwettbewerb hatte die Paul-Moor-Schule in Reichensachsen aufgerufen. Zubereitet wurden Gerichte aus aller Welt, gewonnen hat eins aus Tansania - die Jury war sich hier schnell einig.

Ein würziger Duft liegt in der Luft, als sich die Tür zum Klassenzimmer einer Berufsorientierungs-Gruppe öffnet. Zehn fleißige Hände sind dabei, Paprika und Chili zu schneiden, Basilikumblätter abzuzupfen und Zitronen und Limetten auszupressen. „Wir machen Tapas“, sagt Larissa und ist gespannt, wie das spanische Gericht bei der Jury ankommt.

Denn im vergangenen Jahr hat sie mit ihrer Klasse den ersten Platz des Kochwettbewerbs der Paul-Moor-Schule gewonnen, der in diesem Frühjahr bereits zum vierten Mal stattfindet. Stand der im vergangenen Jahr ganz im Zeichen der Pasta, haben die 17 teilnehmenden Klassen dieses Mal Gerichte aus aller Welt zubereitet: ein Palatschinken-Auflauf aus Österreich, frittierter Spargel aus Deutschland, Ratatouille aus Frankreich und Chapati mit Doro-Wot, ein Gericht aus Tansania.

„Es ist immer wieder eine Freude, mit welcher Begeisterung die Schüler dabei sind und was für Gerichte sie zaubern“, freut sich Bürgermeister Jochen Kistner, der einer von fünf Jurymitgliedern ist.

Die Gewinnergerichte

Der diesjährige Sieger des Kochwettbewerbs ist das Gericht der Mittelstufe drei: Sie haben „Chapati mit Doro-Wat“ aus Tansania gekocht. Der zweite Platz ging an die Berufsorientierung 4, die sich ein Gericht aus Italien ausgesucht hat: „Variationen von Bruschetta mit selbstgemachtem Brot“. Den dritten Preis holte sich die Mittelstufe 4, die eine „bunte Frische aus 1001 Nacht“ aus Marokko zusammengestellt hat. Für die Gewinnerklasse wartet ein kulinarischer Preis: Sie geht kurz vor den Sommerferien im Restaurant Ahrenberg in Bad Sooden-Allendorf essen. (cow)

Dass sich diese für die Klasse von Florian entscheidet, steht für den Schüler fest: „Wir werden gewinnen.“ In gleichgroße Würfel hat er Paprika und Zucchini geschnitten, die später zu Ratatouille verarbeitet werden. Das Rezept dafür wurde bei den Galliern gefunden: in einem der Bücher von Asterix und Obelix. Flugs wird das herausgeholt und stolz herumgereicht, als die Jury schon vor dem Verkosten einen Rundgang durch die vielen kleinen Küchen macht.

„Die Kinder und Jugendlichen kochen in ihren Klassen gut einmal die Woche“, erklärt der Vertrauenslehrer Matthias Gruber, der den Wettbewerb zusammen mit seiner Kollegin Johanna Wehr und den Mitgliedern der Schüler-Vertretung organisiert. Vor allem in den höheren Stufen stehe das fest auf dem Plan, damit die Schüler, die alle eine geistige Behinderung haben, später allein zurechtkommen können.

„Wir haben unser Gericht deshalb auch schonmal getestet“, gibt Maike Hölscher mit einem verschmitzten Lächeln zu. Zusammen mit ihren Mitschülern hat sie sich für ein griechisches Rezept entschieden: gefüllte Paprika mit Schafskäse und Zucchini-Bällchen. „Mir macht das Kochen Spaß, außerdem lernt man so viel für später“, sagt die 18-Jährige, die die Schule in diesem Sommer verlassen wird.

Bleiben wollten in der Schule gestern alle die, die in den Klassenzimmern und den Fluren unterwegs waren. Der Duft machte Appetit, Essen durfte aber zuerst die Jury: Neben Bürgermeister Kistner bestand die aus der Schulleiterin Henn und Lehrer Andreas Pirsch sowie aus dem Koch Daniel Gerlach vom Hotel Ahrenberg in Bad Sooden-Allendorf und dessen Geschäftsführer Timo Meyer. Am besten geschmeckt hat denen das Chapati mit Doro-Wot aus Tansania.

Von Constanze Wüstefeld 

Kochwettbewerb Paul-Moor-Schule

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