Sperrung sorgt für Unmut

Bürger aus Reichensachsen müssen Umweg nach Eschwege fahren

Rechts abbiegen ist verboten: Wer darauf gesetzt hat, dass man über die Ernst-Reuter-Straße in Reichensachsen auf die Landstraße abbiegen kann, wurde Montagmorgen enttäuscht. Eine Durchfahrt ist auch hier nicht gestattet. Wer sich dem widersetzt und erwischt wird, muss mit einer Straße von 20 Euro rechnen. Das Durchfahrtverbot gilt auch für Radfahrer. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Rote Bremslichter leuchten auf, hektisch dreht sich der Kopf der Autofahrerin nach hinten, als sie die ersten Warnbaken in Reichensachsen mit ihrem Auto passiert hat. Die Frage, die sich in ihren Gedanken formte, spiegelte sich auf ihrem Gesicht wider: Wie komme ich später zurück nach Eschwege?

Indem man fast durch Reichensachsen durchfährt, links zum Bahnhof abbiegt und der Bundesstraße bis zum Weidenhäuser Kreuz folgt – von dort geht es laut der offiziellen Umleitungsstrecke, die zwischen Hessen Mobil, der Kreis- und Gemeindeverwaltung abgestimmt worden ist, in die Kreisstadt (wir berichteten). Denn derzeit ist die Landstraße in Reichensachsen aufgrund von Bauarbeiten, die bis in den Juli gehen sollen, nur halbseitig befahrbar.

Bei den Einwohnern Reichensachsens kommt diese Umleitungsstrecke nicht überall gut an: Gehofft wurde im Vorfeld, dass zumindest von der Ernst-Reuter-Straße, die gegenüber von Aldi ins Wohngebiet führt, nach rechts in Richtung Eschwege abgebogen werden könnte. Doch das wurde bewusst verboten: „Das hätte bedeutet, dass wir den Verkehr aus Richtung Bad Hersfeld komplett durch ein Wohngebiet hätten führen müssen, um auf die Ernst-Reuter-Straße und anschließend auf die Bundesstraße in Richtung Eschwege zu kommen“, sagt Bernd Becker, Büroleiter der Gemeinde Wehretal. Das wollte man verhindern, denn dort seien die Straßen teilweise eng, zudem liege an der Strecke zudem der Kindergarten und die Grundschule. „Da sind zwar nur 30 km/h erlaubt, zu gefährlich erscheint es aber trotzdem.“

Er kann verstehen, dass die Einwohner Reichensachsens nicht alle erfreut sind, dass sie, wollen sie in den nächsten drei Monaten nach Eschwege, die offizielle Umleitung über das Weidenhäuser Kreuz fahren müssen. „Ich habe deswegen gestern schon einige Gespräche mit Bürgern geführt. Für die ist das natürlich eine Belastung.“

Das wird gemacht

Seit Montag ist die Landstraße in Reichensachsen nur halbseitig befahrbar. Wer aus Eschwege in Richtung Bad Hersfeld fährt, hat Glück, wer in die entgegengesetzte Richtung möchte, fährt über die B 27 in Richtung des Weidenhäuser Kreuzes und von dort aus nach Eschwege. Ab Ende Juli soll es dann für gut drei Wochen zu einer Vollsperrung kommen, sodass die Umleitung auch von Eschwege in Richtung Bad Hersfeld über das Weidenhäuser Kreuz läuft. Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt, der beim Edeka-Markt in Reichensachsen beginnt und gut 200 Meter hinter dem Ortsschild endet, betragen laut Hessen Mobil gut 760.000 Euro.

Von Constanze Wüstefeld

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