Trotz Ausbildungsplatz: Flüchtling Adnan Afzal droht die Abschiebung

Ihm droht die Abschiebung: Adnan Afzal (links). Weil sich der 23-Jährige aus Pakistan bei der Bäckerei Wolf aber in einem Ausbildungsverhältnis befindet, geht der Reichensächser Hans-Ulrich Meier gegen diesen Bescheid vor. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Seit mehr als 16 Monaten lebt Adnan Afzal in Deutschland, hat seit dem 1. August sogar einen Ausbildungsplatz: Doch nun soll der 23-Jährige zurück in sein Heimatland Pakistan abgeschoben werden.

Zwei Tage vor Weihnachten flatterte Adnan Afzal ein Brief ins Haus, der ihm den ohnehin schon wackeligen Boden unter seinen Füßen wegzog: Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurde ihm mitgeteilt, dass sein Asylantrag abgelehnt wurde und er binnen 30 Tagen das Land verlassen muss. Und das, obwohl er sich in Eschwege, wo der 23-Jährige mittlerweile lebt, bei der Wolf-Bäckerei in einem Ausbildungsverhältnis befindet - und befürchtet, in seinem Heimatland Pakistan umgebracht zu werden wie vor ihm schon sein Onkel und sein Bruder.

Damit er doch noch bleiben kann, hat ein anderer alle Hebel in Bewegung gesetzt: der Reichensächser Hans-Ulrich Meier. Der ist von der evangelischen Familienbildungsstätte als Adnans Pate ernannt worden, hat ihn zum Weihnachts- und Silvesterfest zu sich und seiner Familie eingeladen. „In meinen Augen ist es ein Hohn, dass Adnan trotz seines Ausbildungsplatzes und seiner Geschichte zurückgeschickt werden soll“, sagt er und hat deshalb eine Petition an den hessischen Landtag geschickt, um zu erreichen, dass der Bescheid noch einmal überprüft wird - weil gesetzlich festgehalten sei, dass eine Abschiebung vorübergehend ausgesetzt werde, wenn sich ein Ausländer in einem Ausbildungsverhältnis befinde.

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