Hermann Becker will zur Not auch vor das Verwaltungsgericht ziehen

Wehretal: Aufgebrachter Bürger droht mit Klage gegen Wassergebühr

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Kritischer Blick: Für seine Wasseruhr muss Hermann Becker seit einem Jahr eine monatliche Gebühr an die Gemeinde Wehretal zahlen. Dass diese höher ist, als der effektive Anschaffungspreis ärgert den 70-Jährigen.

Reichensachsen. Der Gemeinde Wehretal droht erneut die Klage eines Bürgers gegen einen Gebührenbescheid. Schon einmal unterlag die Kommune vor dem Verwaltungsgericht in Kassel, nachdem ein Bürger gegen einen Abwasserbescheid der Gemeinde geklagt hatte.

Das Gericht kippte die Wehretaler Abwassersatzung, weil die rechtswidrig war. Daraufhin musste eine neue Abwassersatzung erlassen werden. Jetzt steht die erst im Sommer 2013 verabschiedete Wassersatzung auf dem Prüfstand. Diese besagt, dass für den Wasserzähler eine moantliche Gebühr zwischen 2,60 und 4,10 Euro anfällt - je nach Höhe des Wasserdurchlaufs. Hermann Becker aus dem Ortsteil Reichensachsen bezweifelt die Rechtsgültigkeit des Papiers. Seinen Berechnungen zufolge nimmt die Gemeinde zwischen 40 und 77 Prozent mehr Gebühren für die Wasserzähler ein, als diese in der Anschaffung inklusive Einbau und Verwaltungsarbeit kosten.

„Ich habe die Zahlen von Bürgermeister Jochen Kistner bekommen“, sagt Becker. Gebührenhaushalte müssen ausgeglichen sein, deshalb fragte Becker bei Kistner nach, wie er diese Mehreinnahmen erklärt. „Darauf hieß es nur, dass auch die Kosten der Zähler für Leerstände und Scheunen mitgetragen werden müssen“, sagt Becker. Dies wiederum sieht der 70-Jährige nicht ein: „Warum soll denn die Allgemeinheit für Leerstände zahlen.“

 Er will nun Widerspruch gegen den Gebührenbescheid einlegen und notfalls auch bis vor das Verwaltungsgericht ziehen. Kistner hingegen hält die Satzung für wasserdicht: „Auch andere Kommunen erheben Gebühren für die Wasserzähler.“ Er erklärt, das die Gemeinde vor der Wahl stand die Wassergebühren anzuheben oder die Zählergebühr einzuführen, um den Haushalt auszugleichen: „Wir sind der Ansicht, dass die von uns gewählte Variante die gerechtere ist.“

Von Diana Rissmann

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