Partei fühlt sich ignoriert

Wehretal: FWG-Fraktion legt Einspruch gegen Sitzungs-Niederschrift ein

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Blick von oben: Zur Diskussion steht, die rot markierte Fläche zu einem Gewerbegebiet zu machen. Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet bereits als solches gekennzeichnet, derzeit bewirtschaften aber Landwirte die Flächen. Oben im Bild ist Reichensachsen aus Richtung Eschwege zu sehen. 

Reichensachsen. Der Streit um das geplante Gewerbegebiet „Auf den goldenen Äckern“ in Reichensachsen schwelt weiter. 

Nachdem der Weg für die Entstehung eines solchen noch vor der Kommunalwahl im März von den Gemeindevertretern mehrheitlich geebnet worden ist, wird die FWG Wehretal auch jetzt nicht müde, auf die aus ihrer Sicht bestehenden Ungereimtheiten rund um das Gewerbegebiet hinzuweisen.

Aktuell hat die Fraktion eine Beschwerde an den Vorsitzenden der Gemeindevertretung eingereicht. Der Inhalt: In den Niederschriften zu der Gemeindevertretersitzung vom 27. Juni und der Finanzausschusssitzung vom 21. Juni, die mit einer Verspätung von drei Wochen bei der FWG eingetroffen seien, würden wesentliche Inhalte der Verhandlungen über das Gewerbegebiet fehlen.

„Dass die aber auftauchen müssen, ist in der Geschäftsordnung der Gemeindevertretung festgeschrieben“, sagt Wolfhard Austen, Vorsitzender der FWG-Fraktion. Die bittet deshalb um eine Überarbeitung der Niederschrift und, für die Zukunft, um eine vollständige Niederschrift mit den Angaben der wesentlichen Inhalte.

Die in der Niederschrift verschwiegenen Inhalte sind:
• dass die FWG für Gewerbegebiete ist, und zwar das vorhandene, aber brachliegende Gewerbegebiet in Hoheneiche.
• dass das geplante Gewerbegebiet mit dem A-44-Tunnelaushub nördlich von Reichensachsen von der Wehre bis zur B 452 die Wassermengen von einem möglichen Hochwasser nicht fassen kann und es damit eine Überschwemmungsgefahr für Reichensachsen gibt. „Für die FWG ist das nicht tragbar“, macht Austen deutlich.
• dass andere Flächen in Gewerbegebieten im Werra-Meißner-Kreis noch nicht genutzt oder verkauft sind. „Das ist auf der Homepage der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Werra-Meißner-Kreises einsehbar“, sagt Austen.

Er und seine Fraktionskollegen wollten deshalb unter anderem geklärt wissen, wie viele verbindliche Interessenten es für das geplante Gewerbegebiet gebe und wie viel Fläche die in Anspruch nehmen würden. Zudem wurde die Frage nach dem Preis gestellt, die die Gemeinde für den Ankauf der Grundstücksflächen bereit ist zu zahlen. „Antworten haben wir jedoch keine konkreten bekommen“, empört sich Austen. Es habe lediglich geheißen, dass die Gemeinde beim Grundstücksankauf mehr als den marktüblichen Preis zahlen könne. „250.000 Euro stehen aber im Nachtragshaushalt für Tauschzwecke bereit.“ 

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