Wehretal: Jochen Kistner feiert heute sein 40-jähriges Dienstjubiläum

Seit 40 Jahren leistet er Dienst: Jochen Kistner, seit 2006 Bürgermeister von Wehretal. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Heute vor 40 Jahren hat Jochen Kistner seine berufliche Laufbahn begonnen. Der heute 57-Jährige fing im Finanzamt an - jetzt ist er Bürgermeister der Gemeinde Wehretal.

Reichensachsen. Es sind vor allem die Kleinigkeiten, an die sich Jochen Kistner erinnert: Als der heutige Wehretaler Bürgermeister seine erste Stelle beim Finanzamt in Groß-Gerau antrat, war es ein Käfer, mit dem er in die Stadt südlich von Hessen fuhr. „Der war gelb“, sagt Kistner und muss lachen. Das ist jetzt 38 Jahre her, mitsamt seiner davor absolvierten Ausbildung gibt es heute was zu feiern: Vor genau 40 Jahren startete der heute 57-Jährige in sein Berufsleben.

„Eigentlich wollte ich immer zur Bahn“, erzählt der Vater dreier Kinder. Warum, könne er gar nicht genau begründen, „aber mein Cousin arbeitete dort, ich glaube, deshalb hat sich das in meinem Kopf festgesetzt“. Beworben hat er sich dann aber bei der Sparkasse und dem Finanzamt. Zu Letzterem ging er zum Vorstellungsgespräch und wurde genommen. Doch statt einer Zusage reagierte der damals 16-Jährige aus heutiger Sicht ungewohnt: „Da muss ich erstmal zuhause nachfragen“, war die Antwort. „Das war damals noch so, dass die Eltern noch ein Mitspracherecht hatten“, sagt der gebürtige Frankershäuser und lächelt.

Auch heute noch trifft er wichtige Entscheidungen nicht allein: Als er vor vielen Jahren gefragt wurde, ob er für den Bürgermeisterposten der Gemeinde Berkatal kandidieren wolle, lehnte er ab: „Weil ich damals gerade mit meiner Familie in Reichen-sachsen gebaut hatte und dann hätte umziehen müssen, kam das doch nicht infrage.“

Auf das Amt des Bürgermeisters muss er dennoch nicht verzichten: Kistner, der seit 1979 bei der Gemeinde arbeitet, wurde - trotz der Ankündigung des damaligen Bürgermeisters Otto Richter, dass er kein höheres Amt als das des Obersekretärs bekomme - 2006 im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Wehretal gewählt, sechs Jahre später mit 93 Prozent im Amt bestätigt. „In Oetmannshausen waren es sogar 100 Prozent“, sagt Kistner sichtlich stolz, „im ersten Moment dachte ich allerdings, dass es sich um ein Muster handelt, als die Zahl angezeigt wurde.“

Diese 100 Prozent Rückhalt wünscht sich der 57-Jährige auch manchmal in anderen politischen Dingen. „Es tut mir immer noch weh, dass das Projekt Obermühle nicht umgesetzt wurde“, sagt er, auch wenn er das Engagement der jetzigen Eigentümer vorbildlich findet. Er hofft jetzt auf die Umsetzung einer anderen Idee: Am Ortseingang aus Eschwege kommend soll nach Möglichkeit eine Art Gewerbepark entstehen. „Das steht aber noch ganz am Anfang, ich bin gespannt, wie sich das entwickelt."

Von Constanze Wüstefeld

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