Gemeinde Wehretal soll Ausgaben und Nutzen der kommunalen Liegenschaften analysieren

FWG will nach neuen Einsparmöglichkeiten suchen 

Leerstand: Das Bürgerhaus Reichensächser Hof steht leer. Die Gemeinde sucht einen neuen Pächter. Foto: Archiv

Reichensachsen. Die Wehretaler FWG will einen neuen Weg zur Konsolidierung der Gemeindefinanzen gehen. Die Freien Wähler wollten nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen, die bisher nicht erkannt worden seien.

Fraktionsvorsitzender Wolfhard Austen hat mit seinem Antrag an die Gemeindevertretung die kommunalen Liegenschaften in den fünf Wehretaler Ortsteilen im Visier.

„Die Abgaben der Bürger wurden bereits erhöht und sollen weiter erhöht werden“, so Austen, „das ist uns zu einseitig.“ Die Freien Wähler wollen wissen, was die gemeindeeigenen Immobilien und Grundstücke kosten und welchen Nutzen sie für die Bürger haben. Dabei dürfte auch und vor allem das Bürgerhaus in Reichensachsen eine Rolle spielen.

In die Gemeinschaftseinrichtung mit angeschlossener Gaststätte und Zehn-Betten-Hotel hat die Kommune in den vergangenen Jahren viel Geld investiert. Inzwischen steht der gastronomische Bereich leer. Der bisherige Pächter musste gehen, nachdem er ein halbes Jahr lang keine Miete bezahlt hatte. Die Gemeinde blieb auf einer fünfstelligen Forderung sitzen. Der Gemeinschaftsteil des Bürgerhauses wird mehr oder weniger nur sporadisch genutzt.

Der Gemeindevorstand soll eine detaillierte Übersicht mit Flächenangaben für die eigenen Liegenschaften zusammenstellen. Folgende Angaben sollen darin enthalten sein:

• die Nutzung, aufgeschlüsselt in Nutzer und Nutzungsdauer

• die Einnahmen

• alle laufenden Nebenkosten, aufgeschlüsselt in die einzelnen Arten

• die tatsächlichen und eigentlich notwendigen Instandhaltungskosten der letzten fünf Jahre, inklusive des laufenden Jahres, die eine vergleichende Kostenrechnung der einzelnen Objekte ermöglicht.

Austen: „Bei den Immobilien und Grundstücken sehen wir Potenzial für Einsparungen.“ Durch den Vergleich der Kosten im Zusammenhang mit der Nutzung will die FWG sehen, wo verhältnismäßig hohe Kosten, zum Beispiel für die Heizung, Wasser und Strom anfallen. Dort müsse dann geprüft werden, ob der Verbrauch wirklich in der Größenordnung nötig sei. „Und wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, regen sie vielleicht zum Nachdenken darüber an, ob die Ausgaben im gesunden Verhältnis zur Nutzung stehen“, so Fraktionsvorsitzender Austen.

Die FWG will den Antrag in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung diskutieren lassen und dann den Vorstand mit der Zusammenstellung der Zahlen beauftragen. Die für Ende Juni vorgesehene Sitzung des Parlamentes war abgesagt worden. Das Gremium wird somit voraussichtlich erst Ende August zu seiner nächsten Sitzung zusammentreten. „Wir haben bereits mehrere Vorschläge für Einsparungen bei der Gemeinde gemacht, die von der SPD-Mehrheitsfraktion abgelehnt wurden, ohne dass eigene Vorschläge gemacht worden wären“, ärgert sich Austen, der auf Konsens hofft, wenn es um die Kostenanalyse bei den Immobilien geht.

Von Harald Sagawe

Kommentare