Opposition befürchtet Verwendung gegen den Bürgerentscheid

SPD will die Obermühle im Zweifelsfall abreißen

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Obermühle in Reichensachsen.

Reichensachsen. Die Wehretaler SPD hat offenbar einen Plan B für die Obermühle in Reichensachsen: Wird niemand gefunden, der das Objekt auf irgendeine Weise gemeinnützig verwendet, soll der Gebäudekomplex abgerissen und das viertausend Quadratmeter große Gelände als unbebautes Grundstück vermarktet werden.

Nach Informationen der Werra-Rundschau haben sich die Sozialdemokraten auf diese Vorgehensweise verständigt. Noch während einer SPD-Fraktionssitzung am Mittwoch vergangener Woche war kontrovers über den Verkauf an Investoren aus den Niederlanden diskutiert worden, ohne dass sich eine eindeutige Mehrheit herauskristallisiert hätte.

Obed Verbeek und Malenka de Lamotte aus Holland würden gerne die Obermühle kaufen.

Während der Sitzung der Gemeindevertretung am Freitag votierten die Sozialdemokraten nahezu geschlossen und unterstützt von einer Mehrheit in der CDU gegen den Verkauf. Parlamentsvorsitzende und SPD-Gemeindevertreterin Heike Nölke habe vor der Sitzung des Parlamentes „die Fraktion in Einzelgesprächen auf Linie gebracht“, war gestern zu erfahren.

Heike Nölke widersprach dieser Darstellung. Sie habe Zweifel an der Umsetzbarkeit des Konzeptes der potenziellen Käufer. Dem habe sich die Fraktion angeschlossen. SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Neuser will nichts von Plänen wissen, die etwas anderes vorsehen als den Verkauf des Ensembles.

FWG-Fraktionsvorsitzender Wolfhard Austen und Dr. Claus Wenzel (CDU) befürchten, dass die Gemeinde mit der parlamentarischen Mehrheit von SPD und CDU das alte Konzept für die Obermühle wieder aufleben lassen will, nachdem die dreijährige Bindung an den Bürgerentscheid pro Verkauf gerade ausgelaufen ist. Das schloss Bürgermeister Jochen Kistner gestern im Gespräch mit der Werra-Rundschau aus: „Eine Investition durch die Gemeinde ist momentan kein Thema, dafür müssten sich die Rahmenbedingungen ändern.“  

Von Harald Sagawe und Diana Rissmann

Mehr lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Werra-Rundschau.

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