Serie über kleine Ortsteile im Werra-Meißner-Kreis

Rambach besticht mit Nähe zur Natur

Idyllisch gelegen im Talkessel: Neben der landschaftlichen Schönheit hat der 201-Seelen-Ort Rambach einiges zu bieten. So trägt die funktionierende Dorfgemeinschaft viel zur Lebensqualität bei. Foto: Archiv

Rambach.  Zum Landkreis Werra-Meißner gehören 16 Städte und Gemeinden. Damit auch die kleinsten Ortsteile aller Kommunen einmal groß rauskommen, stellen wir diese in loser Reihenfolge vor. Rambach, der kleinste Ort in der Gemeinde Weißenborn, hat 201 Einwohner.

Dort, wo der Ringgau steil zum Werratal abfällt, liegt in einem Talkessel das Örtchen Rambach. In dem Dorf zu Füßen der Graburg leben 201 Einwohner - mitten im Grünen, umgeben von Buchenwäldern, sprudelnden Bächen und steilen Felswänden. Für Ortsvorsteher Michael Hoberock ist die Umgebung „einfach nur schön“. Es sei die unmittelbare Nähe zur Natur, welche die Bewohner des kleinsten Ortsteiles von Weißenborn sehr an ihrer Heimat zu schätzen wüssten.

„Wir fühlen uns hier wohl“, bekräftigt auch Christian Robel vom Ortsbeirat. „Und wenn etwas zu tun ist, packen alle selbstverständlich mit an.“ Dieser Zusammenhalt hat schon zu einem Erfolg geführt: Der erste Platz 1995 bei dem bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Seitdem habe sich aber selbstverständlich einiges getan: Die Leerstände im Dorf wurden bekämpft, Gebäude saniert und barrierefrei ausgebaut. Der Premiumwanderweg 15 Graburg sowie der ARS Natura Kunstwanderweg zögen vermehrt Touristen nach Rambach, und nicht zuletzt habe sich das Vereinsleben rege entwickelt.

Durch die zentrale Lage des Ortes „in der Mitte Deutschlands“, wie Thilo Belik vom Ortsbeirat mit einem Lächeln anmerkt, seien auch Großstädte wie Kassel oder Eisenach nicht mehr weit weg. Auch Weißenborn sei gut zu erreichen. Ältere Mitbürger ohne Auto nutzten dazu auch das im Werra-Meißner-Kreis einmalige Bürgermobil, das für die Fahrgäste kostenlos zweimal pro Woche zwischen den umliegenden Gemeinden verkehrt.

Einst drehten sich acht Mühlen 

Über die Gemarkungsgrenzen hinweg bekannt ist Rambach als ein Dorf der Mühlen. In der Ortschronik ist das Bestehen von insgesamt acht Mühlrädern über die Jahrhunderte hinweg vermerkt. Bestand hatten allerdings nur vier: die Ober-, Mittel-, Schlag- und Mäusemühle. „Unser Dorf ist sehr reich an Wasser“, erklärt Ortsvorsteher Michael Hoberock.

Im idyllischen, sogenannten Königental, das sich westlich von Rambach bis weit in die Graburg hinein erstreckt, entspringen mehrere Quellen, die sich zu einem Wasserlauf vereinigen - dem namensgebenden Rambach.

Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft im Jahr 1290: „Abt Heinrich V. von Fulda überträgt der Stiftskirche eine Hufe in Rambach“, ist im Originaldokument, einer Studie über das Stift Großburschla, nachzulesen. Auf dieser Grundlage feiern die Rambacher am letzten Juni-Wochenende des laufenden Jahres das 725-jährige Bestehen ihres Dorfes. Ein eigens einberufender Ausschuss ist derzeit dabei, ein Festprogramm auszuarbeiten.

Zu einem Ortsteil Weißenborns geworden ist Rambach erst nach der hessischen Gebietsreform im Jahr 1971: Die ehemals selbstständigen Gemeinden Weißenborn und Rambach wurden am 16. August zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Weißenborn zusammengeschlossen.

Von Emily Spanel

 

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