Sperre sorgt für Unmut in Weißenborn

Forstamt sperrt Straße ohne die Gemeinde zu informieren

Weissenborn. Über eine Stunde Fahrtzeit von Eschwege nach Weißenborn ist nicht üblich, aber durchaus möglich: Wenn man am Montagmorgen mit seinem Wagen unverhofft vor einer Straßensperre steht - und das nicht nur einmal, sondern zweimal.

So ist es der Verwaltungsangestellten Elisabeth Schulze am Montag ergangen. Dass die Landesstraße L 3300 drei Tage wegen Baumfällarbeiten gesperrt werden musste, hatte man der Gemeinde Weißenborn nicht mitgeteilt.

„Bei uns standen am Montagmorgen die Telefone nicht mehr still“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Einige seien in ihrer Zeitnot sogar an der Sperre vorbeigefahren. Er selbst hatte von der Sperrung am vergangenen Freitag eher zufällig während eines Gesprächs mit Hessen-Forst erfahren. „Da war es aber schon zu spät, um die Nachricht noch im Gemeindeblättchen oder über die amtlichen Bekanntmachungskästen zu verbreiten“, so Mäurer.

Dass Forstarbeiten für die Verkehrssicherheit der Bürger wichtig sind, ist dem Verwaltungschef bewusst. „Wir würden aber gerne im Vorfeld rechtzeitig darüber informiert werden“, mahnt er. Das sei bisher immer geschehen.

So fuhr Elisabeth Schulze am Montag mit ihrem Auto wie jeden Morgen Richtung Oberdünzebach. Nur diesmal war das Weißenborn-Schild mit einem großen schwarzen Sperrkreuz durchgestrichen. Spontan entschloss sie sich, die Sperrung über Wanfried zu umfahren und stand von Völkershausen kommend an der Kreuzung K 49/L 3300 prompt erneut vor einem Stoppschild. Dort nämlich fing die Sperrung erst an. „Es war einfach schlecht ausgeschildert“, sagt die Mitarbeiterin von Thomas Mäurer. Am Ende gelangte sie dann über Langenhain doch noch an ihren Arbeitsplatz.

Die Straßenmeisterei Ringgau, die für die Beschilderung zuständig war, weist die Vorwürfe von sich. „Die Informationspflicht der betroffenen Personen liegt laut Straßenverkehrsordnung bei dem, der die Straßensperrung beantragt hat“, sagt Straßenmeister André Hidde. Das ist in diesem Fall das Forstamt Wehretal.

Und einzelne Beteiligte sind den Rückmeldungen zufolge wohl auch informiert worden. „Das Busunternehmen Frölich hat bei uns nachgefragt, bis wie viel Uhr am Montagmorgen sie mit ihren Bussen die Strecke noch passieren können“, erinnert sich Hidde. Und die Schilder seien so aufgestellt worden, wie es im Plan vorgesehen war: Langenhain als offizielle Umleitung. Dass Weißenborn nicht informiert wurde, tue ihm sehr leid.

Dietrich Bräuer, Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit beim Forstamt Wehretal, erklärt das Missgeschick damit, dass nur Eschweger Stadtwald und Staatswald betroffen gewesen seien und keiner auf Weißenbörner Gemarkung. Zudem habe auf dem Bewilligungsbescheid des Landkreises für die Vollsperrung nur die örtliche Presse als zu informierende Stelle gestanden. Die Straßensperre ist seit Donnerstag wieder aufgehoben.

Von Stefanie Bettinger

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