Die U-3-Gruppe im Kindergarten Weißenborn ist ein voller Erfolg: Alle zehn Plätze sind immer belegt

Winnie Puuh rockt die Krippe

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U3-Gruppe der Kita Weißenborn.

Weißenborn. Winnie Puuh ist ihr Held. Wenn er angewackelt kommt, haben die Erzieherinnen kurz Verschnaufpause.  Acht Kinder gehen derzeit regelmäßig in die U-3-Gruppe des Kindergartens in Weißenborn, fünf von ihnen den ganzen Tag. Zwei neue Kinder kommen jetzt hinzu.

„Die Anfragen“, sagt Kindergartenleiterin Martina Mester, „waren da.“ Im August 2011 schließlich ging die Krippe an den Start. Vorher hatte die Zwergenstube auf dem Mattsberg eine offene Gruppe gehabt - mit einem festen Gruppenraum für die gemeinsamen Aktionen und zwei frei zugänglichen Bewegungsräumen. 2011 wurde einer dieser Räume zur Krippe umgebaut, mit kleinkindgerechtem Mobiliar und Spielzeug.

Genau passend für die Geschwister Marvin (2,5 Jahre) und Marleen (1,5). Ihre Mutter, Christine Lehmann, ist selbst gelernte Erzieherin. Obwohl sie noch in Elternzeit ist, bringt sie ihre Kinder seit einem halben Jahr in die Krippe. „Für die Kinder ist es toll“, sagt die 26-jährige Rambacherin. Man könne zuschauen, wie sie Fortschritte machen, offener und selbstständiger werden.

Und für die Mama ist es ebenfalls toll: „So kann ich mir in Ruhe eine neue Arbeit suchen und sofort anfangen, wenn sich etwas ergibt.“ Müsste sie dann erst noch ihre Kinder an die Tagesbetreuung gewöhnen, wäre das alles zu viel - für Nachwuchs und Mutter.

Anfangs, so erzählt sie, sei es für sie schwierig gewesen, ihre Kinder stundenweise wegzugeben. „Man hat ein schlechtes Gewissen“, gibt sie zu. Und von manch älterem Zeitgenossen sei auch der Vorwurf der Rabenmutter gekommen. Aber sie habe ihr Anerkennungsjahr in der Zwergenstube absolviert und wisse ihre Kinder dort gut aufgehoben, wie sie sagt.

Die 30-jährige Nadine Holzapfel aus Rambach hat bereits eine Halbtagsstelle gefunden. Morgens betreut sie an Demenz erkrankte Menschen, nachmittags ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter Josephine. „Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man mit seinem Kinder verbringt“, sagt sie, „sondern wie intensiv diese Zeit ist“.

In der Kita lernt Josephine ein Gemeinschaftsgefühl, das ihre Mutter ihr so zu Hause nicht geben könnte. „Die Großen passen auf die Kleinen auf“, bestätigt Gruppenleiterin Gabi Halt, die schon seit vielen Jahren in dem Kindergarten arbeitet. Hätte man sie vor 30 Jahren gefragt, sie hätte sich klar gegen die Betreuung von Unter-Dreijährigen ausgesprochen. Heute sieht sie das anders: „Es ist schön zu sehen, wie schnell sich die Kinder bei uns entwickeln.“ Die Eingewöhnung habe bisher immer problemlos geklappt, selbst bei den ganz Kleinen, die noch nicht laufen können.

„Wir sind mit unserem Kindergarten sehr gut aufgestellt“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer - auch im Hinblick auf den drohenden Gesetzeswandel, demzufolge die Betreuungszeit individuell auf den Elternbedarf abgestimmt werden müsste. „Immer im Sinne der Kinder“, ergänzt Mester. Wenn es so weit kommt, wollen beide mit den Eltern gemeinsam ein Konzept erarbeiten.

Von Stefanie Müller

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