Maria, jetzt schmeckt’s ihm

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Will Spaß und Wirtschaftlichkeit miteinender verbinden: Alfa Romeos neuer Giulietta mit Preisen ab 19 900 Euro.

 „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ – selten hat ein Buchtitel die Spannungen zwischen italienischer Emotion und deutscher Disziplin so treffend ausgedrückt, wie der Bestseller von Jan Weiler.

Übertragen auf das, was die Freunde deutscher Automobile bislang an den Modellen von Alfa Romeo auszusetzen hatten, könnte es aber künftig lauten: „Maria, jetzt schmeckt’s ihm.“ Denn: Die Neuauflage des legendären Alfa Giulietta geht mit bisher ungekannten Tugenden auf den Golf los. Zu Preisen ab 19 900 Euro startet am 19. Juni hierzulande die große Golf-Attacke von Alfa Romeo.

Schnittig gestylt: Auch von hinten weiß der Giulietta zu gefallen.

„Die Giulietta ist der rationalste Alfa aller Zeiten.“ Haico van der Luyt, Vorstand von Alfa Romeo Deutschland, geht selbstbewusst in die Offensive. Der neue Giulietta biete neben der altbekannten und von Alfisti so hochgeschätzten Emotion jetzt auch Substanz für jeden Tag des Jahres. Oder: „360 Tage im Jahr ist der Alfa Giulietta alltagstauglich, fünf Tage im Jahr kann man damit auf der Nordschleife seinen Spaß haben.“ Giulietta – die historische Anlehnung ist nicht Maria, jetzt schmeckt’s ihm Alfa Romeo Giulietta startet am 19. Juni mit Emotion zur Golf-Attacke nur wohlklingend, sondern hat auch Symbolcharakter.

100 Jahre Alfa Romeo

100 Jahre Alfa Romeo

Giulietta hieß 1955 Alfas erstes Modell, das in industrieller Fertigung statt Handarbeit für eine breite Käuferschicht entstand. 2010 soll der neue Giulietta zwar mit bewährten Stärken auf den umkämpften Markt der Kompakten drängen, aber gleichzeitig Konkurrenten wie den Topseller VW Golf da attackieren, wo es besonders weh tut: In seinen ureigenen Paradedisziplinen wie Komfort, Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit. Komfortabel ist der schnittig gestylte Giulietta etwa mit großem Raumangebot und üppigem Kofferraumvolumen. Sicher ist er dank besonders steifer Karosserie und moderner Fahrsicherheitssysteme wie der elektronischen Differenzialsperre Q2 oder der Dynamikregelung D.N.A..

Typisches Alfa-Cockpit: Armaturenbrett mit vielen Reglern und Knöpfen.

Wirtschaftlich und umweltfreundlich ist der Giulietta dank einer durchwegs turbogeladenen Motorenpalette mit je drei Benzinern und Dieseln von 105 bis 235 PS, die bis zu 34 Prozent weniger verbrauchen als die Vorgänger-Motoren, sowie Start-Stopp-Automatik und Schaltpunktanzeige serienmäßig für alle Modelle außer der sportlichen Spitzenvariante Quadrifoglio Verde. Sparsamster Motor ist der 1.6 JTDM. Der hochmoderne Common Rail-Diesel entwickelt 105 PS, vor allem jedoch 280 Nm Drehmoment und mit sportlicher D.N.A.- Einstellung sogar 320 Nm.

Der Normverbrauch liegt bei 4,4 Liter/100 km oder 114 g CO2/km. Unter 2000 Umdrehungen geht der Turbodiesel so uninspiriert ans Werk wie Luca Toni ans schweißtreibende Konditionstraining, danach aber explodiert er förmlich, agiert kraftvoll, leise und sparsam, und lässt die Anfahrtsschwäche komplett vergessen. 4,6 Liter Testverbrauch – allerdings mit betont sparsamer Fahrweise – sind ein Wort.

Lobenswert auch: Das neue, serienmäßige 6-Gang-Getriebe. Ein Doppelkupplungsgetriebe mit Automatik- Funktion folgt Ende 2010 für die 170 PS starken Benziner und Diesel. Alfa hat große Pläne. 2012 kommt der Nachfolger der Mittelklasse 159 und setzt die neue Namensgebung fort: Giulia wird der künftige Konkurrent von BMW Dreier und Audi A4 heißen.

Ralf Schütze

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