Offen für alle Wünsche 

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Opel mit Rolls Royce Faktor - edenfalls beim Thema Türen, die sich gegenläufig öffnen lassen. 

Junge Familien schätzen ihn ebenso wie aktive Senioren: Der Opel Meriva erfüllt zielgenau die Bedürfnisse seiner Klientel.

Fürs kleine Geld bietet er viel Platz und Variabilität auf kompakter Grundfläche. Die zweite Generation des Rüsselsheimer Bestsellers hat sogar noch mehr zu bieten: Gegenläufig öffnende Türen die Einstieg und Zugriff in den Fond erleichtern.

Familiengesicht: Optisch orientiert sich der neue Meriva an seinen großen Brüdern Astra und Insignia.

Bei Opel heißen die Portaltüren zwar neudeutsch FlexDoors, sind indessen ein alter Hut. Bis in die Sechziger Jahre hinein waren die aus dem Kutschenbau übernommenen Konstruktionen bei vielen Automodellen Standard, wurden aber dann aus Sicherheitsgründen verboten, weil sie sich den zweifelhaften Beinamen „Selbstmördertüren“ erworben hatten. Dass Rolls Royce sich vor einigen Jahren erfolgreich um eine Ausnahmegenehmigung bemüht hatte, eröffnete auch anderen Herstellern wie Opel neue Möglichkeiten.

Opel Meriva 1,4 Ecoflex

Leistung: 120 PS/88 kW

Spitze: 188 km/h 

Verbrauch: 6,1 Liter

Co2: 143 Gramm CO2/km

Preis: ab 17.270 Euro

In der täglichen Praxis glänzt die nun gestreckter und breiter wirkende Karosserie nicht nur durch Schauwerte, sondern bietet handfeste Vorteile, beispielsweise beim Zustieg in engen Parklücken, den man schon bald mit mehr oder weniger elegantem Schwung beherrscht. Oder beim Umgang mit Kindern, die dank weit öffnender Türen rückenschonend aus dem Sitz gehoben werden können.

Opel Meriva: Freiheit für alle

Selbst Erwachsene sitzen hinten sehr bequem, zumal die neigungsverstellbaren Einzelsessel in Längsrichtung verschoben werden können und dabei ein wenig zusammenrücken. Dann genießt man Oberklasse-verdächtige Knie- und Ellenbogenfreiheit. Werden die Lehnen einzeln umgelegt, wächst der normalerweise 400 Liter große Laderaum auf 920 Liter Fassungsvermögen, vorausgesetzt, der variable Ladeboden befindet sich in passender Höhe.

Praktisch, dass sich der Gepäckraumteiler senkrecht hinter den Sitzen verstauen lässt und die Lehnen auch vom Kofferraum aus umgeklappt werden können. Weiteres Renommierstück ist die FlexRail genannte Mittelkonsole. Sie besteht aus zwei Aluminiumbögen, auf der Armauflage und Becherhalter nach Belieben verschoben werden können.

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Das dynamischere Karosserie-Design geht zu Lasten der Übersichtlichkeit, weil schmale Fenster und eine breite C-Säule die Sicht nach hinten behindern. Auch fühlt man sich auf den bequemen und gut dimensionierten Sitzen vorn nicht mehr ganz so auf der Höhe des Geschehens, wie es noch beim Vorgänger der Fall war.

Innovativ mit Duchblick

Der neue 1,4-Liter-Turbobenziner mit immerhin 120 PS Leistung ist grundsätzlich verbunden mit einem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe, das eifrig betätigt sein will, soll der Fronttriebler flott bewegt werden. Die Geräuschentwicklung hält sich dabei ebenso in Grenzen wie das Temperament des aus dem Opel-Werk in Saragossa stammenden Spaniers, der in unserem Testbetrieb gut acht Liter pro 100 Kilometer benötigte.

Das gestiegene Qualitätsbewusstsein gilt auch für dieses Opel-Modell, dessen Verarbeitung und Materialwahl im einladenden Innenraum keinen Anlass zur Kritik geben. Mit einer reichhaltigen Serienausstattung, die unter anderem Berganfahrhilfe, ESP, sechs Airbags, elektrische Parkbremse, Tagfahrlicht und Zentralverriegelung beinhaltet, haben die Rüsselsheimer ein attraktives Paket geschnürt, das nicht nur ausgewiesene Familienmenschen begeistern dürfte, sondern auch den ein oder anderen freizeitorientierten Single.

Carsten Müller

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