Bützchen statt Sex: Karnevalsflirt ohne böses Erwachen

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An Karneval findet mancher Narr das passende Gegenstück. Doch Vorsicht: Ohne Kostüm und Alkohol entpuppt sich der süße Teddy am nächsten Morgen vielleicht als Zottelbär. Foto: Caroline Seidel

Wien (dpa/tmn) - Eine Kneipe voll mit Bauchtänzerinnen, sexy Piloten, Piraten, dazu viel Alkohol: An Karneval geht es heiß her. Beim Flirten treiben Jecken es aber besser nicht zu bunt - sonst droht am nächsten Morgen das böse Erwachen.

Wenn Wonder Woman und Superman abends gemeinsam nach Hause gehen, muss Karneval sein. Zur "fünften Jahreszeit" herrscht nicht nur närrisches Treiben, auch in Liebesdingen geht es oft heiß her. "Partystimmung, Verkleidungen und Freizeit in Kombination mit Alkohol bringen uns dazu, Dinge zu tun, die wir normalerweise nicht tun würden", erklärt der Beziehungscoach Dominik Borde aus Wien. Schnell wird dann aus dem harmlosen Bützchen ein inniger Kuss oder sogar noch mehr. Borde warnt allerdings davor, es an Karneval zu wild zu treiben. "Die Ernüchterung setzt dann am nächsten Tag ein."

Mit einem Kostüm schlüpft man in eine andere Rolle. "Hinter einer Maske werden die meisten Menschen ungezwungener und lockerer", erklärt Borde. "Nach Mitternacht und ein paar Schnäpsen ist die Stimmung ausgelassen, und aus manchem Langweiler wird ein Partytiger." Am nächsten Morgen ist er aber wieder der Langweiler. Um sich so etwas zu ersparen, sollten Karnevalisten nichts tun, was sie ohne Kostüm nicht auch tun würden.

Wer ernsthaft einen Partner sucht, ist auf einer Karnevalsparty ohnehin am falschen Ort. Denn selbst wenn es am Abend funkt, ist das Feuer am nächsten Tag schnell wieder erloschen. "Die Stimmung ist ohne Alkohol und Party ganz anders, und die Hürde, dort, wo es aufgehört hat, weiterzumachen, oft zu groß", sagt Borde.

Flirten ist aber erlaubt: Und das funktioniert mit einem ausgefallenen Kostüm am besten. Wer sich nur eine Clownsnase aufsetzt, wirkt einfallslos. Das Kostüm ist ein Eisbrecher und ein guter Einstieg ins Gespräch. Wer also vorher etwas bastelt und schneidert, ist im Vorteil. Borde rät allerdings von blutigen Horrormasken ab: Das wirke nicht gerade sexy, sondern eher abschreckend. Außerdem: "Die sexy Bauchtänzerin oder Dame im Catwoman-Kostüm wird bei den Männern mehr Aufmerksamkeit erregen als das Biene-Maja-Outfit."

Wer zu tief ins Glas schaut, verspielt allerdings seine Flirtchancen. Damit das nicht passiert, sollte man im Freundeskreis gegenseitig aufeinander aufpassen. Wissen Karnevalisten von sich, dass sie bei so einer Party schnell hemmungslos werden, besprechen sie das vorher besser mit einem guten Freund. Denn: "Wer wie ein paarungsbereiter Bulle vom Testosteron vergiftet drauflos baggert, wirkt bedürftig und eher abtörnend."

Wird beim ersten Treffen mit dem Flirt nach dem wilden Karnevalsabend aus James Bond ein Quasimodo, ist Ehrlichkeit wichtig. Es ist sinnlos, die Zeit des anderen zu verplempern, findet Borde. Deshalb sollte man schnell klarmachen, dass sich aus dem Flirt nicht mehr entwickelt. Wer dann bereits vorher mit dem anderen geschlafen hat, ist in keiner schönen Situation. "Dann muss man irgendwie erklären, dass man nur wegen des Alkohols gemeinsam im Bett gelandet ist."

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