"Hamilton" ein amerikanischer Traum - Wie ein Buch die USA verändert

Der Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama höchstpersönlich ist der größte Fan des Musical "Hamilton" von Lin-Manuel Miranda. Insgesamt elf Trophäen hat die Show bei den 70. Tony Awards gewonnen. Doch das Buch, welches die USA verändert, ist in Deutschland nur bei den Wenigsten bekannt.

Würde der Name "Alexander Hamilton" am 08. November 2016 auf den Stimmzetteln der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl stehen, hätten Hillary Clinton und Donald Trump höchstwahrscheinlich schon verloren. Alexander Hamilton ist in der Karibik geboren als ein uneheliches Kind und gehört zu den einstigen Gründervätern der Vereinigten Staaten von Amerika. Außerdem ist er Amerikas erster Finanzminister und löste zum ersten Mal in der Geschichte einen politischen Sexskandal aus.

Denkbar schlechte Voraussetzungen

Für Lin-Manuel Miranda verkörpert Alexander Hamiltons Geschichte Hip-Hop. Ein armer unehelicher Waisenjunge der die rechte Hand von George Washington wurde und später auch Finanzminister. Alexander Hamilton zeigte der damaligen Zeit, dass man die Welt verändern kann egal aus welcher sozialen Schicht man kommt. Miranda selbst ist der Schreiber des Musicals und hat so dafür gesorgt, dass die Geschichte des bereits seit 212 Jahren verstorbenen Hamilton in den USA für mehr Aufsehen sorgt, als beispielsweise die Werdegänge von Thomas Jefferson oder George Washington.

Auszeichnungen sprechen für sich

Bereits im April hat das Musical einen der begehrten Pulitzerpreise gewonnen, doch richtig abgeräumt wurde nun bei den letzten Tony Awards. Nicht weniger als elf Trophäen durfte das Ensemble um Hamilton mit nach "Hause" nehmen. Die First Lady Michelle Obama beschreibt das Musical als eine Revolution des Broadways, welches mit Rap- und Hip-Hop-Elementen die Historie der amerikanischen Revolution eindrucksvoll auf eine Showbühne gebracht hat. Unter anderem gab es die Auszeichnungen bei den Tony Awards für den Hauptdarsteller und Autor Lin-Manuel Miranda sowie den Preis für das Musical. Mit dem Erfolg des Musicals ist nun auch der 36-jährige Miranda zu einem richtigen Star in den Staaten geworden.

Ein langer Prozess

Miranda selbst las vor sieben Jahren die Biografie von Hamilton, welche geschrieben wurde von Rob Chernow. Ab diesem Zeitpunkt war er von der recht unbekannten Geschichte von Alexander Hamilton begeistert. Selber wuchs er in New York als Kind von puerto-ricanischen Einwanderern auf. Miranda gibt an, dass er sich unmittelbar beim Len mit dem zielstrebigen Staatsmann identifizieren konnte. In seinem späteren Musical steht dieser für die Eigenschaften "hungrig, rauflustig und jung".

Die Geschichte um Hamilton

Alexander Hamilton setzte sich mit Leidenschaft für die Verfassung und gegen die Sklaverei ein. Zusammen mit James Madison verfasste er die "Federalist Papers". Wäre er nicht von seinem Rivalen Aaron Burr während eines Duells erschossen worden, hätte der junge Revolutionär vielleicht sogar die Möglichkeit gehabt, Präsident zu werden.

Die Geschichte um Hamilton gerät in den Schatten, als die großen Helden James Madison und Thomas Jefferson in den Vordergrund treten. Lin-Manuel Miranda hatte das Bedürfnis, diese wieder in das Bewusstsein der Menschen zurückzuholen. Ziel war es, durch Hip-Hop, die moderne Gesellschaft zu erreichen.

Aus diesem Grund spricht das Musical die Sprache der heutigen Jugend, um einen Teil der alten amerikanischen Geschichte zu erzählen. So werden beispielsweise politische Debatten zu Rap-Battles, mit Blick auf die Größten der Hip-Hop-Szene. Das Lied "Ten Duel Commandments" ist eindeutig an Notorious B.I.G.s "Ten Crack Commandments" angelehnt. Die Songs werden zudem unter anderem gemischt mit etwas Britpop und Musicalballaden. Zum Teil sind die Texte aus Originaldokumenten.

Des Weiteren ist das Musical ein Abziehbild der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft. Miranda als Autor selbst spielt die Hauptrolle des Alexander Hamilton und auch der restliche Löwenanteil des Casts blickt auf latein- oder afroamerikanische Wurzeln zurück. Eine Tatsache, über die sich Alle begeistern und diese Vielfalt nicht als befremdlich empfinden. Auch in der heutigen USA keine Selbstverständlichkeit.

Bis 2017 ausverkauft

Bei diesem Hype ist es also auch kein Wunder, dass das Musicals bereits bis in das nächste Jahr 2017 ausverkauft ist. Auf dem Schwarzmarkt kostet eine Karte gut und gerne mehrer tausend Dollar. Um allen Menschen diese beeindruckende Geschichte näher zu bringen gibt es einen Soundtrack sowie verschiedene Hörbücher. Interessierte können sich unter anderem ein Hörbuch über die Entstehung des Musicals anhören. Lin Manuel Miranda, hatte im Juli seinen letzten Auftritt als Alexander Hamilton. Er widmet sich jetzt neuen Projekten darunter eine Single mit Jennifer Lopez, welcher den Opfern von Orlando gewidmet ist und er wird in der Neuauflage von Mary Poppins eine Hauptrolle spielen.

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