Barista-Kunst: Kaffee ist längst nicht mehr nur Kaffee

Kaffee soll nicht nur aromatisch und bekömmlich sein, sondern zugleich ästhetische Ansprüche befriedigen und möglichst von einer wahren Persönlichkeit zubereitet werden. Diese Wünsche erfüllt ein Barista seinen Kunden gern. Eine Kaffeemaschine allein reicht heute für den anspruchsvollen Kaffee-Genießer nicht mehr aus.

Einen perfekten Kaffee aufzubrühen ist reinste Chemie und Physik. Da geht es um die Temperatur, den Säuregehalt, den Wasserdruck und mitunter sogar um die Luftfeuchtigkeit. Wie gut, dass es erstklassige Kaffeemaschinen aus dem gehobenen Preissegment gibt, die hierbei einen wertvollen Beitrag leisten. Doch eine Maschine allein braut noch keinen perfekten Kaffee. Erst ein Barista liefert die nötige Portion Magie, mit der die gewünschte Kaffee-Spezialität zum Genuss wird und - was heute mindestens genauso wichtig ist - auch zum Erlebnis.

Wissen als Grundlage

Barista wissen genau über Kaffees und ihre Handhabung Bescheid. Während eine Kaffee-Sorte eine schokoladige Note aufweist, zeichnet sich die nächste durch zitronige Frische aus. Um ein Aroma möglichst angenehm herauszuarbeiten, verlangt die Zubereitung enormes Fingerspitzengefühl. Bereits eine Temperaturabweichung von 0,3 Grad oder der falsche Wasserdruck trüben das Geschmackserlebnis. BIO- oder Fair-Trade-Kaffees liegen aktuell übrigens besonders im Trend.

Hochwertige Kaffeemaschinen verlangen eine sichere Bedienung und wollen entsprechend in Schuss gehalten werden. Die tägliche Reinigung ist dabei nur eine der regelmäßig anfallenden Arbeiten. Auch die Kaffeemühle will perfekt justiert sein, damit genau die richtige Menge Kaffee in die Kaffeetasse fließt. Das alles ist Aufgabe eines Barista.

Schlichter Kaffee war gestern

Von besonderer Bedeutung für den modernen Kaffee-Genießer ist allerdings die "Show", die der Barista zu präsentieren bereit ist. Barista zeigen gern ihr handwerkliches Geschick und legen zudem großen Wert auf belebendes Kunden-Entertainment. So macht der Besuch im Café gleich doppelt Spaß. So mancher Kunde wird sogar "Fan" eines speziellen Barista.

Ein Grund dafür ist das Bestreben, aus einem einfachen Kaffee ein kleines Kunstwerk zu schaffen. Dabei wird als optischer Kontrast Milch eingesetzt. Die weiße Flüssigkeit wird erhitzt und mit Luft aufgeschäumt. So eignet sie sich hervorragend, um damit kleine Bildchen auf die Kaffee-Oberfläche zu zeichnen. Das können zum Beispiel Herzen, Blätter oder Blüten sein.

Wahren Profis gelingt es sogar, winzige Skulpturen zu errichten. Abgerundet werden die Details mit Kakaopulver und anderen Köstlichkeiten. So staunt der Kunde nicht schlecht, wenn über dem Tassenrand ein fluffiges Kätzchen hervorlugt, fast zu schade zum Weglöffeln. Solche Kaffee-Kunstwerke werden auch Latte-Art oder 3D-Foam-Sculptures genannt.

Der Beruf Barista

Der Beruf ist bis dato nicht geschützt, daher kann sich jeder Barista nennen. Wer wirklich in der Gastronomie erfolgreich sein möchte, sollte Schulungsangebote wie von der Tchibo Coffee Service Kaffeeakademie in Anspruch nehmen, um perfekte Kaffeespezialitäten zu zaubern und den Umgang mit dem Siebträger exzellent zu beherrschen. Das Gehalt und die Arbeitszeiten richten sich nach dem typischen Standard der Gastronomie und dem Bekanntheitsgrad des individuellen Barista.

Wer mit viel Erfahrung und Geschick zum Experten der Kaffee-Zubereitung wird, kann seine Fähigkeiten im Wettkampf mit anderen Barista auf die Probe stellen. Bereits seit 2001 gibt es jährlich die Deutsche Barista Championship, in der der Deutsche Barista Meister gekürt wird. Dieser darf anschließend für Deutschland im World Barista Championship antreten.

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