Katze ja, Vogel nein? Diese Tiere fühlen sich in der Stadt wohl

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Wer eine Wohnungskatze hält, sollte ihr einen Topf mit Katzengras hinstellen. Das hilft ihnen dabei, verschluckte Haarballen wieder auszuwürgen. Foto: Andrea Warnecke

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Ein Haustier in einer Stadtwohnung - geht das? Es geht, verlangt aber viel Planung. Denn selbst kleine Tiere brauchen genügend Platz zum Toben oder Fliegen.

Brausender Verkehr, Häuserschluchten - so reizvoll eine Stadt für ihre Einwohner sein kann, so wenig paradiesisch wirkt die Umgebung für Tiere. Zumindest auf den ersten Blick. Ein Haustier kann sich aber durchaus auch in einer Stadt wohlfühlen.

Entscheidend ist es, sich vor dem Kauf Gedanken zu machen. "Man sollte vom Bedürfnis des Tieres ausgehen und vorab prüfen, was es braucht und ob man das bieten kann", rät Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main.

Ganz oben auf der Wunschliste steht für viele Menschen ein Hund. Dass ein Windhund in einer 2-Zimmer-Wohnung im vierten Stock nicht glücklich wird, leuchtet ein. "Aber auch ein kleiner Hund braucht längeren Auslauf, muss toben, schnüffeln und mit anderen Artgenossen spielen können", sagt Behr.

Aber in der Stadt herrscht oft Leinenzwang, auch in vielen Parkanlagen. "Der Hund, ob groß oder klein, muss aber von der Leine gelassen werden können, um zu toben", erklärt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

"Wohnt man hingegen nur wenige Minuten zu Fuß von einem Hundeauslaufgebiet entfernt, kann man einen Hund in der Stadt halten", findet Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz in Moers.

Wenig Zeit oder Platz - da ist manch einer rasch bei einer Katze. Verbreitet ist die Vorstellung, das Tier sei autark und brauche nur Futter. Falsch. "Mit einer Katze sollte man sich täglich beschäftigen, mit ihr spielen", rät Behr. Dabei kann man ihr verschiedenes Spielzeug anbieten.

Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen oder Mäuse brauchen zwar keinen Park, aber dennoch Platz. Die handelsüblichen Käfige, die in einer Ecke einer kleinen Stadtwohnung nicht stören, sind für die Kleintiere eine Quälerei.

"Auch Kleintiere haben das Bedürfnis, sich zu bewegen", erklärt Styrie. "Drei bis vier Hoppelsprünge muss ein Karnickel machen können", ergänzt Behr. Tünte rät, am besten eine alte Vogelvoliere umzubauen oder in einem großen Käfig mehrere Etagen einzurichten. Die Tiere brauchen außerdem jeden Tag Auslauf.

Selbst Wellensittiche sind für eine Stadtwohnung alles andere als passend. Denn die Tiere müssen fliegen können, am besten in Volieren. Geeignet für die Stadt sind Fische, doch diese brauchen bestimmte Bedingungen, die ein Laie auf Anhieb nicht kennt. Auch hier gilt es, sich vorab genau zu erkundigen - zum Beispiel zur Größe des Aquariums, das viel Platz wegnehmen kann.

Tünte empfiehlt, auch einen Blick in den Mietvertrag zu werfen. Zwar sei es einem Vermieter nicht erlaubt, die Haltung von Kleintieren oder Hunden zu verbieten. "Ich würde dennoch vorher den Vermieter fragen", rät Behr.

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