Obduktionsergebnis liegt vor

Berliner Baby starb doch nicht an Darmkeimen

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Das Deutsche Herzzentrum in Berlin

Berlin - Das Baby, das im Deutschen Herzzentrum behandelt wurde, ist offenbar doch nicht an Darmkeimen gestorben. Das ergab eine Obduktion. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung dauern aber an.

Das schwer kranke Baby im Deutschen Herzzentrum ist ersten Obduktionsergebnissen zufolge nicht an Darmkeimen gestorben. Die Justiz hatte nach Infektionen mit Serratia-Keimen an der Charité und am Herzzentrum eine Exhumierung und Untersuchung des bereits bestatteten Säuglings veranlasst. Zudem scheiden auch untersuchte Babypflegeprodukte als Auslöser für die Keim-Infektionen aus.

Nach vorläufigen Bewertungen sei davon auszugehen, dass das Kind nach einer hoch komplizierten und riskanten Operation eines natürlichen Todes gestorben sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin am Mittwoch mit. Weitere Untersuchungen zur abschließenden Klärung der Todesursache stünden noch aus. Die Ermittlungen auch wegen fahrlässiger Körperverletzung anderer Kinder durch eine Infektion mit Serratia-Keimen dauern noch an.

Auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte betont, das Baby habe zwar eine Serratien-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben. Vielmehr habe der angeborene Herzfehler den Tod herbeigeführt. Die Ärzte hatten die geringen Überlebenschancen des schwer kranken Säuglings durch die Operation erhöhen wollen. Obwohl die Operation selbst erfolgreich war, verschlechterte sich der Zustand des Kindes. Schließlich wurden die lebenserhaltenden Apparate im Einvernehmen mit den Eltern abgestellt. Auf dem Totenschein wurde ein „natürlicher Tod“ ausgewiesen.

Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat die Charité-Führung nun zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrates gebeten, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Der Termin wurde nach Aussagen eines Sprechers für Mitte November anberaumt. Am Mittwoch waren die Vorfälle auch Thema im Wissenschaftsausschuss. Dort stand der ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, Rede und Antwort. Die Diskussion, die inhaltlich keine neuen Details zutage gefördert habe, sei sachlich und unaufgeregt gewesen, hieß es.

Unterdessen sucht ein Team mit Experten aus Gesundheitsamt, Robert Koch-Institut sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales weiter nach der Ursache der Infektionen auf Frühgeborenen-Stationen der Charité und am Deutschen Herzzentrum.

Inzwischen ist klar, dass Babypflegeprodukte nicht die Quelle für die Darmkeime auf den Klinik-Stationen sind. Das teilte das Uniklinikum am Mittwochabend mit. Babypflegemittel zweier Drogeriemarktketten waren wegen einer Belastung mit Serratien-Keimen zurückgerufen worden. Eine Untersuchung der Mittel habe nun ergeben, dass es sich dabei um einen anderen „Ausbruchsstamm“ handele als bei den Keimen an der Charité. Es bestehe somit kein Zusammenhang mit dem Ausbruch auf den Säuglingsstationen.

An der Charité liegen derzeit noch sechs Kinder, bei denen eine Infektion nachgewiesen wurde, und weitere sieben mit Keimbesiedlung, aber ohne Krankheitssymptome. Im Herzzentrum liegt noch ein Kind, das an den Keimen erkrankt ist, und ein weiteres ohne Symptome.

dpa

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