EHEC-Fund auf Hof in Frankfurt: Ursache gefunden

Frankfurt am Main - Wissenschaftler haben offenbar die Infektionsquelle für mit EHEC-Keimen kontaminierte Salate aus einem Gemüsehof in Frankfurt am Main gefunden.

Nach der Sperrung des Betriebs sei eine positive Probe aus dem Waschwasser des Salats gezogen worden, teilte das hessische Umweltministerium am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das Wasser für die Anlage stammte demnach aus der Eigenversorgung des Betriebs. Trotz abflauender EHEC-Welle stieg die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim auf 38 an.

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Nach Angaben des Umweltministeriums wurde der Keim im Zuge von landesweit verstärkten Kontrollen auf dem Hof gefunden, der im Anschluss von den Behörden gesperrt wurde. Einem Ministeriumssprecher zufolge handelt es sich bei dem EHEC-Bakterium aber nicht um den gefährlichen Erregertyp O104:H4, der für den Ausbruch der schweren Darminfektionen mit Todesfällen in den vergangenen Wochen verantwortlich ist. Es handele sich dabei um den Fund eines anderen, schon bekannten EHEC-Erregers, der aber auch Durchfall auslösen könne.

Die betroffenen Produkte seien bereits aus dem Handel zurückgerufen worden, fügte der Sprecher hinzu. Der Gemüsehof könne vermutlich Anfang der kommenden Woche seinen Betrieb wieder aufnehmen, hieß es weiter.

Erkrankungswelle flacht weiter ab

Die Welle der Neuerkrankungen ebbt weiter ab. Insgesamt würden seit etwa einer Woche Erkrankungen am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) und EHEC auf deutlich niedrigerem Niveau als zuvor gemeldet, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. In Hamburg beispielsweise hat sich die Situation in den Krankenhäusern nach Angaben der Landesgesundheitsbehörde deutlich entspannt.

Laut RKI wurden seit Anfang Mai mehr als 3.300 Infektionsfälle übermittelt. Rund 75 Prozent der EHEC-Erkrankten stammen laut RKI aus Schleswig-Holstein (713), Niedersachsen (503), Hamburg (407), und Nordrhein-Westfalen (260).

Entscheidung über Frunet-Eilanträgem frühestens nächste Woche

Unterdessen wurde bekannt, dass das Hamburger Verwaltungsgericht erst ab kommender Woche über die Eilanträge des spanischen Gemüsehändlers Frunet gegen die Gesundheitsbehörde der Stadt entscheidet. Das Verwaltungsgericht beabsichtige eine zusammengefasste Entscheidung, sagte eine Sprecherin des Hamburger Verwaltungsgerichtes auf dapd-Anfrage.

In der vergangenen Woche hatte die Berliner Kanzlei Lindenpartners den Eilantrag für den spanischen Obst- und Gemüsehändler Frunet beim Verwaltungsgericht eingereicht. Darin fordert Frunet nach Gerichtsangaben ausschließlich die Einsicht in die Akten der Gesundheitsbehörde. Zudem will Frunet mit einem Unterlassungsantrag der Gesundheitsbehörde die weitere Behauptung verbieten lassen, dass der auf einer Gurke der Firma nachgewiesene Erreger lebensgefährlich sei.

Nach dem EHEC-Fund an vier Salatgurken in Hamburg hatte die Gesundheitsbehörde der Stadt am 26. Mai Frunet-Gurken als eine erste Infektionsquelle bezeichnet. Wenige Tage später musste die Behörde allerdings einräumen, dass es sich dabei nicht um den EHEC-Stamm gehandelt habe, der zur Epidemie geführt habe.

dapd

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