Jubel bei den in Chile verschütteten Bergleuten

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Können auf eine Rettung noch im Oktober hoffen: die verschütteten Bergleute in Chile.

Santiago de Chile - Die Bohrungen von Rettungsschächten kommen schneller voran als erhofft und eine Rettung noch in diesem Monat erscheint möglich.

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Die seit fast zwei Monaten in einer chilenischen Kupfer- und Goldmine verschütteten Bergleute sollen noch im Oktober ans Tageslicht geholt werden. Die Regierung gehe von einer Rettung der Kumpel in der zweiten Oktoberhälfte aus, sagte Bergbauminister Laurence Golborne. “Wir haben einen Zeitplan, der eine Rettung in diesen 15 Tagen möglich erscheinen lässt“, sagte Golborne am Freitag (Ortszeit). “Abhängig von den weiteren Ereignissen kann es auch einige Tage früher oder später werden.“

Die 33 Kumpel in 700 Meter Tiefe hätten die Nachricht mit großer Freude aufgenommen. Sie müssen weiterhin täglich etwa acht Tonnen Geröll beseitigen, das aus dem Bohrloch nach unten fällt. Bisher hatte die Regierung betont, die seit dem 5. August verschütteten Kumpel könnten frühestens Anfang November gerettet werden. Doch die Bohrungen an den insgesamt drei Rettungsschächten kamen schneller voran als gedacht. Am weitesten fortgeschritten seien die Arbeiten mit Hilfe eines Bohrers vom Typ Schramm T-130. Er sei bei einer Tiefe von 372 Meter angelangt, sagte Golborne.

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Damit fehlten noch 258 Meter bis zu einem Werkstattraum in 630 Meter Tiefe, zu dem die Bergarbeiter Zugang haben. Die anderen beiden Bohrer waren noch weiter von ihrem Ziel in der Tiefe entfernt. Der zuerst fertige Schacht soll für die Rettung benutzt werden. Unterdessen wurde den Eigentümern des Minenunternehmens San Esteban, das die Unglücksmine in der Atacama-Wüste betrieb, bis auf weiteres die Ausreise aus Chile verboten.

Das ordnete ein Richter im Zusammenhang mit einem Strafverfahren gegen die Eigentümer wegen eines schweren Arbeitsunfalls in der Mine im Jahre 2009 an. Dabei hatte ein Arbeiter ein Bein verloren. Die Justiz wirft den Eigentümern und anderen schwere Körperverletzung vor. Angehörige der Verschütteten haben zudem eine Schadensersatzklage in Millionenhöhe gegen die Mine erhoben und wollen auch den Staat verklagen.

dpa

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