Nach Empörung um Tod von Cecil

Jäger führten 2014 elf Löwen als Trophäen ein

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In den USA protestierten Tierschützer gegen die Tötung von Wildtieren.

Berlin - Die Tötung von Löwe „Cecil“ im Juli sorgte weltweit für Empörung. Die Überreste von elf seiner Artgenossen wurden 2014 legal nach Deutschland gebracht - als Trophäen.

Die Jagdtrophäen von elf Löwen haben Jäger einem Bericht zufolge 2014 legal nach Deutschland eingeführt. Das geht aus den Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Unter den Trophäen waren demnach auch 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge 325 geschützte, aber dennoch getötete Tiere legal nach Deutschland eingeführt.

Der in Simbabwe von einem US-Zahnarzt getötete Löwe „Cecil“ hätte dem Bericht zufolge nicht als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht werden dürfen: „Der Löwe „Cecil“ wäre nach unserer Rechtsauslegung der entsprechenden EU-Artenschutzverordnungen nicht nach Deutschland gekommen“, zitierte die Zeitung den zuständigen BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden. Nach seinen Worten hätte das BfN eine Einfuhr dieser Trophäe nicht genehmigt, weil der Löwe in einem Nationalpark beheimatet war. Die Tötung von „Cecil“ hatte in der vergangenen Woche weltweit Empörung ausgelöst. Simbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den USA erreichen.

Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer soll den 13 Jahre alten Löwen, der als eine Art Wahrzeichen eines Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, Anfang Juli mit einem Trick aus dem Park gelockt haben.

Um geschützte Tiere als Trophäen nach Deutschland einführen zu können, benötigen Jäger eine entsprechende Genehmigung des BfN. „Jeder Einzelfall wird überprüft“, sagte Jelden. „Der Jäger muss wahrheitsgemäße Angaben machen, wo und wann das Tier erlegt wurde. Außerdem muss eine Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden, die zeigt, dass es sich um eine legale und nachhaltige Jagd handelt.“

Widersprüchliche Berichte gab es am Wochenende über „Jericho“, den Bruder des Löwen „Cecil“: Eine Tierschutzorganisation in Simbabwe erklärte zunächst, „Jericho“ sei ebenfalls getötet worden. Dagegen erklärten Forscher, ihrer Satellitenüberwachung zufolge sei das Tier im Hwange Nationalpark am Leben. Die lokalen Tierschützer zogen ihre Mitteilung am Sonntag zurück - bei dem jetzt getöteten Löwen haben es sich um ein anderes Tier gehandelt.

Die Wilderei - Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner - in Afrika hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30.000 Elefanten weltweit - Tendenz steigend.

dpa

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