Trotz Kältewelle: Winter war zu warm

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Wir erinnern uns an derartige Bilder, wie hier am Genfer See, wo ein Auto zu einer Art Kristallwagen gefroren war. Auch in Deutschland herrschte zwei Wochen lang Eiseskälte.

Offenbach - Man mag es nicht glauben, aber trotz der wochenlangen Eiseskälte mit sibirischen Temperaturen war der diesjährige Winter in Deutschland insgesamt sogar zu warm.

Trotz wochenlanger Eiseskälte mit sibirischen Temperaturen: Der Winter 2011/2012 war insgesamt zu warm. Die Durchschnittstemperatur der Monate Dezember bis Februar liege um 0,8 Grad über dem langjährigen Mittel, sagte Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Dienstag.

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Die Hochs „Cooper“ und „Dieter“ hatten Deutschland unter eisiger Kälte aus Nordosten erstarren lassen. Die kälteste Nacht registrierten die DWD-Meteorologen im bayerischen Oberstdorf am 6. Februar mit minus 29,4 Grad. Je nach Region herrschte bis Mitte Februar zwei bis drei Wochen strenger Frost, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden örtlich Kälterekorde unterboten. Davor war es aber deutlich zu warm gewesen. „Nach wenigen Wochen Kälte haben wir vergessen, wie mild es war. Die Statistik rückt das nun zurecht“, sagte Kirsche.

Zweistellige Plusgrade in Sicht

Pünktlich zum Beginn des meteorologischen Frühlings am Donnerstag (1. März) sollten Schnee, Eis und Frost kein Thema mehr sein. Hoch „Eitel“ ist im Anmarsch. Bis zu 17 Grad sagen die DWD-Meteorologen für den Südwesten voraus. Auch sonst wird es deutlich wärmer, schon am Mittwoch klettern die Temperaturen tagsüber auf zweistellige Plusgrade. Nur an den Küsten bleibt es kühler. Allerdings mischt zunächst noch Tief „Wally“ mit einigen Regenwolken mit. Und nach dem sonnigen Donnerstag wird es wieder etwas unbeständiger und nicht mehr so mild.

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Die Niederschlagsbilanz des Winters zeigt gewaltige regionale Unterschieden: Im Durchschnitt aller Messstationen fielen seit Anfang Dezember 249 Liter pro Quadratmeter, das sind 138 Prozent des Winter-Solls. Damit gehört der Winter 2011/12 laut DWD zu den acht nassesten seit 1881. In Freudenstadt im Schwarzwald fielen 687 Liter Schnee oder Regen pro Quadratmeter, in Artern im nördlichen Thüringen nur 80 Liter.

dpa

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