US-Raumfähre "Discovery" gestartet

Washington - Abschiedstour ins All: Die US-Raumfähre “Discovery“ ist mit sechs Astronauten an Bord zu ihrem letzten Flug gestartet. Nach ihrer Rückkehr soll sie in einem Museum ausgestellt werden.

Abschiedstour ins All: Die US-Raumfähre “Discovery“ ist mit sechs Astronauten an Bord zu ihrem letzten Flug gestartet. Der Space Shuttle hob am Donnerstag bei schönstem Wetter drei Minuten später als geplant um 22.53 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Pannen hatten den Start monatelang verzögert; auch beim Countdown tauchten Probleme auf.

Die Mission soll elf Tage dauern. Ihr Ziel ist es, einen “menschenähnlichen“ Roboter sowie Anbaumodule zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Zudem werden die Astronauten am Montag und Mittwoch zwei Außeneinsätze im Weltraum haben.

Zum ersten Mal nimmt ein Shuttle einen humanoiden Roboter mit ins All

Rund 40 000 Zuschauer im Kennedy Space Center bejubelten den Start. Speziell für Mitarbeiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa war es ein emotionaler Moment. Der 39. Flug des fast 27 Jahre alten Shuttles ist zugleich sein letzter. “Macht Euch bereit, die Erhabenheit der “Discovery“ zu erleben, wenn sie ein letztes Mal abhebt“, sagte Kommandant Steve Lindsey kurz bevor er sein Schiff in den klaren, blauen Himmel über dem Atlantik steuerte.

Der gelungene Abflug markierte das Ende einer vier Monate langen Nervenprobe. Die Nasa musste den eigentlich für Oktober geplanten Abschiedsflug der “Discovery“ wegen technischer Probleme immer wieder verschieben. Am längsten hatten die Ingenieure mit langen Rissen am Außentank zu kämpfen. Selbst während des Countdowns waren nicht alle Sorgen ausgestanden: Plötzliche Computerstörungen führten zu den drei Minuten Verspätung. Vom Tank abfliegende Schaumstoffteile kurz nach dem Abheben stellten laut der Nasa dagegen kein Risiko dar.

Es ist das erste Mal, dass ein Shuttle einen sogenannten humanoiden Roboter mit ins Weltall nimmt. Der “Robonaut 2“ (R2) soll in Experimenten auf der ISS zeigen, wie solche Maschinen in der Schwerelosigkeit zurechtkommen und ob sie einmal Astronauten bei schwierigen Arbeiten helfen könnten.

Discovery soll nach Rückkehr in einem Museum ausgestellt werden

Wichtig ist die Shuttle-Mission Nummer 133 für die Nasa auch, weil sie das letzte große Anbaumodul für den amerikanischen Teil der ISS ins All liefert. Das neue “Zimmer“ soll den Astronauten unter anderem als Labor dienen. Zudem hat die “Discovery“ Ersatzteile für die Raumstation im Gepäck.

Nach Ankunft der US-Shuttles bei der ISS werden deren “Parkplätze“ gut ausgelastet sein. Denn nur wenige Stunden vor dem Shuttle-Start hatte der europäische Raumtransporter “Johannes Kepler“ an die Raumstation. Auch eine russische Sojus-Kapsel und ein japanisches Transportvehikel haben dort bereits festgemacht.

Nach der für den 7. März geplanten Rückkehr soll die “Discovery“ zum Museumsstück werden. Dann werden rund 250 Crewmitglieder in ihr unvorstellbare 230 Millionen Kilometer zurückgelegt haben. Fast genau ein Jahr wird sie im All verbracht und dabei mehr als 5600 Runden um die Erde gedreht haben. Hinter den Zahlen verbergen sich bedeutende Missionen: Sie brachte das Weltraumteleskop “Hubble“ auf den Weg. Und sie dockte als erster Shuttle an die russische Raumstation “Mir“ an.

Für den 19. April ist dann der letzte Start des Schwesternschiffes “Endeavour“ vorgesehen. Das endgültige Ende der Shuttle-Ära soll eine Mission der “Atlantis“ markieren, deren Abflug für den 28. Juni geplant ist.

dpa

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