Unglück nahe der deutschen Grenze

Zwei Züge kollidieren: 17 Verletzte

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Zwei Züge sind nahe der deutschen Grenze kollidiert.

Neuhausen am Rheinfall - Bei einem Zusammenstoß zweier Züge an einem Schweizer Bahnhof nahe der deutschen Grenze sind am Donnerstagmorgen 17 Menschen verletzt worden.

Neun von ihnen brachte die Ambulanz ins Krankenhaus, wie Polizeisprecherin Anja Schudel sagte. „Man darf von großem Glück reden. Das hätte schlimmer ausgehen können.“ Schwerverletzte gebe es nicht.

Inzwischen haben am Donnerstagmittag die Bergungsarbeiten begonnen. Die Züge würden soweit möglich auseinandergezogen und die entgleiste Lok mit einem Kran wieder auf die Schienen gestellt, sagte ein Sprecher der Schweizerischen Bundesbahn (SBB). Bei dem Unglück waren am Morgen zwei S-Bahnen aufeinandergeprallt. 17 Menschen wurden verletzt, 9 mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Dauer der Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle sei noch nicht absehbar, sagte der SBB-Sprecher. Der Bahnhof bleibe aber den gesamten Donnerstag gesperrt. Fahrgäste müssten mit Verspätungen rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die Strecke am Freitag wieder freigegeben werden kann“, sagte der Sprecher.

Bei der Kollision wurden nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA die beiden Züge sowie die Fahrleitung beschädigt. Der Schaden könne erst später eingeschätzt werden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Patrick Caprez wollte ein Doppelstockzug bei Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen an der Grenze zu Baden-Württemberg auf ein paralleles Gleis wechseln, um einen zweiten Zug zu überholen. „Der andere Zug war aber zu lang“, sagte Caprez. Daher sei die Lokomotive des Doppelstockzugs entgleist. Auch der zweite Zug könne nicht mehr fahren. Der genaue Hergang müsse aber noch ermittelt werden, betonte der Sprecher. In den beiden Zügen seien insgesamt mehrere hundert Menschen gewesen.

Die beiden Züge hatten sich laut der Schweizer Nachrichtenagentur SDA gegen 7.30 Uhr rund 250 Meter vor dem Bahnhof seitlich gestreift. Der Doppelstockzug sei fahrplanmäßig um 7.31 Uhr in Schaffhausen abgefahren und hätte um 7.34 Uhr in Neuhausen in Richtung Winterthur weiterfahren sollen. Der andere Zug hatte laut Fahrplan in Neuhausen die gleiche Abfahrtszeit wie der Doppelstockzug.

Laut Schudel konnte der zweite Zug kurz nach dem Unfall evakuiert werden. Mehr Zeit in Anspruch nahm die Bergung der Reisenden aus dem Doppelstockzug. Beide Züge seien stark beschädigt, sagte die Polizeisprecherin der dpa. Nach zwei Stunden seien alle Reisenden aus beiden Zügen in Sicherheit gebracht gewesen, berichtete SDA. Nach Angaben der Polizei waren mehr als 220 Einsatzkräfte unter anderem auch von der Schweizer Bundesbahn am Unglücksort.

Die Polizei stoppte den Bahnverkehr in Neuhausen. Züge wurden umgeleitet. Zudem fuhren Ersatzbusse. Einem Sprecher der Deutschen Bahn zufolge waren 14 InterCity-Verbindungen auf der Strecke Stuttgart-Zürich betroffen. Von Stuttgart aus fuhren die Züge nur bis nach Schaffhausen und dann wieder von Jestetten nach Zürich.

dpa

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