Ahmadinedschad sorgt für Eklat

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Mit scharfen Angriffen gegen die USA hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad für einen Eklat auf der UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag gesorgt.

New York - Mit scharfen Angriffen gegen die USA hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad für einen Eklat auf der UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag gesorgt.

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Mehrere Delegierte, insbesondere aus europäischen Ländern, verließen am Montag in New York den großen Plenarsaal der Vereinten Nationen, als Ahmadinedschad die USA der Aggressivität, des Vertrauensbruchs und der Lüge bezichtigte. “Die Vereinigten Staaten haben nicht nur die Bombe eingesetzt, sie bedrohen damit auch andere Länder, darunter meines“, sagte er. “Diejenigen, die als erste die Bombe eingesetzt haben, müssen zu den am meisten gehassten Menschen gehören“, sagte Ahmadinedschad. Die erste Atombombe wurde am 6. August 1945 von den USA gegen Japan eingesetzt. Der Iran steht seit Jahren wegen seines Atomprogramms in der Kritik.

Die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland bereiten derzeit neue UN-Sanktionen vor, weil das Land umfassende Kontrollen seines angeblich zivilen Atomprogramms verweigert. Die USA hätten einen “Schatten der Angst“ über die Welt gelegt, sagte Ahmadinedschad. “Die USA haben versprochen, die Atombombe nicht gegen Länder ohne Atomwaffen einzusetzen. Aber die USA haben ihre Versprechen nie gehalten. Welches Land soll den USA noch vertrauen?“ Der Besitz von Atomwaffen sei kein Anlass zu Stolz, “er ist widerlich und beschämend“. “Und noch beschämender ist es, die Furcht vor diesen Waffen zu benutzen. Das ist mit keinem anderen Verbrechen in der Geschichte zu vergleichen.“ Er warf den USA und Israel vor, “bestimmte große Terrornetzwerke“ zu unterstützen. “Glaubwürdige Beweise sind vorhanden und werden, wenn notwendig, veröffentlicht.“ Auch das “zionistische Regime“ in Israel bedrohe ständig seine Nachbarn, sagte der iranische Präsident. Obwohl das Land “hunderte Gefechtsköpfe“ horte, werde auf Israel kein Druck ausgeübt.

Zugleich warf er den Vereinten Nationen vor, in sechs Jahrzehnten unfähig gewesen zu sein, weltweite Sicherheit zu schaffen. Der Atomwaffensperrvertrag sei “schwach“ und “ungerecht“, weil er einigen Ländern den Besitz von Atomwaffen erlaube. Ahmadinedschad schlug vor, sämtliche Atomwaffen und ihre Produktionsanlagen zu zerstören. “Wir sagen: Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden.“

dpa

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