Al-Dschasira: 14 Tote bei Angriff auf Misurata

Bengasi/Kairo - Trotz der massiven Angriffe der internationalen Allianz auf die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi kommen die Gegner des Regimes militärisch nicht weiter. 

In der Nacht zum Mittwoch fielen weitere Teile der Küstenstadt Misurata an das Gaddafi-loyale Militär. Dabei wurden 14 Menschen getötet und 23 weitere verletzt, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira unter Berufung auf die Verteidiger der Stadt 210 Kilometer östlich von Tripolis. Bei Adschdabija, 160 Kilometer südlich von Bengasi, kam die Offensive der Rebellen ins Stocken. Wie ein Al-Dschasira-Reporter am Mittwoch aus dem Frontgebiet berichtete, seien die Aufständischen den Gaddafi-Truppen unterlegen.

Ihre Freischärler-Trupps verfügten weder über ausreichende Feuerkraft noch Kommunikationsmöglichkeiten oder die nötige militärische Organisation. Sie könnten lediglich sporadische Nadelstich-Angriffe auf die Regimetruppen unternehmen, um sich dann schnell wieder unter dem Feuer des Gegners zurückzuziehen. In Misurata wird die Lage für die Verteidiger immer schwieriger. Die Gaddafi-Truppen kontrollierten nunmehr das städtische Krankenhaus, hieß es in den Berichten aus der Stadt. Davor seien Panzer postiert, auf dem Dach stünden Scharfschützen. Die Aufständischen baten die westliche Militärallianz, ein Lazarettschiff nach Misurata zu entsenden.

Die Bewohner der Stadt wüssten nicht mehr, wohin sie die Verletzten bringen sollen. Der Hafen werde noch von den Gaddafi-Gegnern kontrolliert. In der Aufständischen-Metropole Bengasi organisierte sich indes der Übergangsrat, die politische Organisation der Gaddafi-Gegner, zu einer “provisorischen Regierung“, meldete Al-Dschasira. Bislang zögerte man diesen Schritt hinaus, um nicht den Eindruck zu erwecken, das Land spalten zu wollen, hieß es in Bengasi. Die Aufständischen streben ein einheitliches Libyen ohne Gaddafi an. Angeführt wird die provisorische Regierung von dem Ökonomen Mahmud Dschibril. Dieser hatte in den vergangenen Wochen mit führenden ausländischen Politikern verhandelt, unter ihnen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und US-Außenministerin Hillary Clinton.

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dpa

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