Attentat in Jerusalem heizt Konflikt um Tempelberg an

Die Polizei bereitet sich in Jerusalem auf mögliche Racheakte vor. Foto: Abir Sultan
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Die Polizei bereitet sich in Jerusalem auf mögliche Racheakte vor. Foto: Abir Sultan
Rabbi Yehuda Glick auf dem Tempelberg: Der konservative Aktivist wurde in Jerusalem niedergeschossen und schwer verletzt. Foto: Miri Tsachi
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Rabbi Yehuda Glick auf dem Tempelberg: Der konservative Aktivist wurde in Jerusalem niedergeschossen und schwer verletzt. Foto: Miri Tsachi
Israelische Ermittler untersuchen den Ort, an dem ein bekannter rechtsgerichteter Rabbi niedergeschossen wurde. Foto: Abir Sultan
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Israelische Ermittler untersuchen den Ort, an dem ein bekannter rechtsgerichteter Rabbi niedergeschossen wurde. Foto: Abir Sultan
Palästinensische Bauarbeiter bei der Arbeit an einer neuen israelischen Siedlung im Süden Jerusalems. Foto: Abir Sultan
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Palästinensische Bauarbeiter bei der Arbeit an einer neuen israelischen Siedlung im Süden Jerusalems. Foto: Abir Sultan
Anspannung in Jerusalem: Immer wieder kommt es auf dem Tempelberg zu politisch motivierter Gewalt. Foto: Jim Hollander/Archiv
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Anspannung in Jerusalem: Immer wieder kommt es auf dem Tempelberg zu politisch motivierter Gewalt. Foto: Jim Hollander/Archiv
Palästinenser liefern sich in Ostjerusalem Straßenschlachten mit der israelischen Polizei. Foto: Mahfouz Abu Turk
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Palästinenser liefern sich in Ostjerusalem Straßenschlachten mit der israelischen Polizei. Foto: Mahfouz Abu Turk

Jerusalem/Ramallah (dpa) - Das Attentat auf einen radikalen jüdischen Aktivisten in Jerusalem hat den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weiter angeheizt.

In den engen Gassen der Altstadt warfen Demonstranten Steine und Feuerwerkskörper auf Sicherheitsbeamte. Radikale Juden versuchten, den Tempelberg zu stürmen, den die israelischen Sicherheitskräfte erstmals seit Jahren wieder komplett für die Öffentlichkeit sperrten. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wertete dieses Vorgehen Israels als "Kriegserklärung".

Auslöser der neuen Spannungen ist ein Attentat vom Mittwoch, als der religiös-radikale Rabbiner Jehuda Glick niedergeschossen und schwer verletzt wurde. Nur Stunden nach dem Attentat tötete die israelische Polizei den mutmaßlichen Attentäter, einen Palästinenser.

Glick gehört zu einer kleinen Minderheit in Israel, die die Muslime vom Tempelberg vertreiben und dort einen neuen jüdischen Tempel errichten will. Die große Mehrheit der Juden lehnt dies ab und zieht es vor, an der Klagemauer unterhalb des Tempelberges zu beten.

Abbas erklärte, man werde alles tun, um die israelische Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. Israelische Sicherheitskräfte hatten die Nacht über nach dem Täter gefahndet. Am Morgen umstellten Anti-Terror-Einheiten ein Haus im Stadtteil Abu Tor. Bei einem anschließenden Schusswechsel wurde ein Mann getötet. Es handele sich wahrscheinlich um den Attentäter, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu berief eine Dringlichkeitssitzung zum Anschlag und der Lage in Jerusalem ein. Er habe eine weitere Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, teilte sein Büro mit. Zugleich rief er alle Beteiligten zur Besonnenheit auf. "Keine Seite sollte das Gesetz in die Hand nehmen", sagte Netanjahu. "Wir müssen ruhig, verantwortungsvoll und entschlossen handeln." Israels Staatspräsident Reuven Rivlin betonte, für Israel sei Terrorismus in Jerusalem inakzeptabel. "Wir müssen energisch und ohne Zögern gegen die Täter vorgehen."

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bezeichnete den Anschlag auf Glick als "natürliche Antwort" zur Verteidigung des Tempelbergs. "Er verdiente, was er bekommen hat", zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Maan einen Dschihad-Sprecher.

In Jerusalem heizt sich die Stimmung seit Wochen immer weiter auf. Erst in der vergangenen Woche war ein Palästinenser mit seinem Auto in eine wartende Menge an einer Jerusalemer Straßenbahnhaltestelle gerast. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Der palästinensische Autofahrer wurde anschließend erschossen.

Artikel der Jerusalem Post

Artikel bei Maan

Artikel by Ynet