Bericht: Sicherheitsmängel im AKW Biblis B

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Das Atomkraftwerk Biblis mit den zwei Blöcken Biblis A (re. - seit 1974) und Biblis B (seit 1976).

München - Das hessische Atomkraftwerk Biblis B hat nach einem neuen Gutachten gravierende Schwachstellen. Laut eines Medienberichts betrifft dies den Schutz gegen Erdbeben und Überflutungen.

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Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag) unter Berufung auf ein unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Auch seien mittlerweile viele Materialien veraltet, beispielsweise Kabel aus PVC oder Rohrleitungen mit anfälligen Schweißnähten. Das Gutachten des Darmstädter Öko-Instituts sollte laut Zeitungsbericht klären, inwieweit Vorwürfe der Ärzteorganisation IPPNW berechtigt sind, nach denen Biblis insgesamt 210 sicherheitstechnische Defizite aufweist. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass zwar nicht alle 210 Vorwürfe haltbar sind. Mindestens 80 dieser Defizite seien aber sicherheitstechnisch relevant, berichtet die Zeitung.

Das Umweltministerium in Wiesbaden teilte der SZ mit: “Wir haben die Vorwürfe bereits geprüft, können aber keine sicherheitsrelevanten Defizite feststellen.“ Der Betreiber RWE erklärte: “Biblis ist sicher.“ Biblis B ist seit 1976 am Netz und damit eines der ältesten deutschen Kernkraftwerke. Ursprünglich hätte es Anfang 2012 abgeschaltet werden sollen. Das Bundeskabinett will an diesem Dienstag eine Laufzeit-Verlängerung bis 2020 beschließen.

dpa

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