Bund und Niedersachsen kaufen Steuerbetrüger-CD

Berlin - Der Bund hat gemeinsam mit Niedersachsen die umstrittene Steuerbetrüger-CD gekauft. Hinter 20 000 Datensätzen werden jetzt mögliche Steuersünder gesucht.

Die Datensammlung über deutsche Steuerhinterzieher in der Schweiz war Baden-Württemberg angeboten worden. Die dortige Landesregierung hatte abgewunken. Es handelt sich um über 20 000 Datensätze, die neben den Namen und Anschriften auch Kontostände und bankinterne Angaben enthalten.

Streit um die Steuer-CD: Was bisher geschah

Streit um die Steuer-CD: Was bisher geschah

Dem Kauf war ein Monate langer Streit vorausgegangen. Der Bund hatte sich nach der Ablehnung in Stuttgart bereiterklärt, mit einem anderen Bundesland das von einem unbekannten Informanten angebotene brisante Material zu kaufen. Die Steuerbehörden rechnen jetzt mit zusätzlichen Einnahmen in Millionenhöhe. Auch könnte es erneut eine Welle von Selbstanzeigen geben.

Auf einer zuvor von Nordrhein-Westfalen (NRW) gekauften Steuer-CD waren viele relevante Fälle. Die möglichen Steuereinnahmen würden die Kosten für den Kauf der NRW angebotenen CD, an denen sich der Bund mit 1,25 Millionen Euro beteiligte, bei weitem übersteigen, hieß es. Baden-Württembergs Steuerfahnder hatten durch die angebotenen Daten Nachzahlungen von bis zu sieben Millionen Euro erwartet. Nach früheren Schätzungen soll es um Anlagen mit einem Wert von 280 Millionen Euro gehen. Den damaligen Angaben zufolge sollen fast 1700 Anleger aus dem gesamten Bundesgebiet betroffen sein.

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